Als Bundestrainer Christian Wück am Donnerstag seinen Kader für die anstehende Europameisterschaft in der Schweiz (2. bis 27. Juli) nominierte, fehlte Nicole Anyomi auf der Liste. Mal wieder, muss man sagen. Das letzte Länderspiel der 25-Jährigen resultiert aus dem Oktober des vergangenen Jahres. Im Mai bemängelte Anyomi deshalb noch den mangelnden Austausch mit dem Bundestrainer. Diese Irritationen sind mittlerweile ausgeräumt, dennoch muss die DFB-Elf in der Schweiz auf die Angreiferin verzichten.
Am Donnerstag hatte Wück erklärt, Anyomi laboriere "seit geraumer Zeit" an hartnäckigen Knieproblemen, die eine Nominierung für die EM unmöglich machten. "Das ist eine Geschichte, die dauert nicht nur zwei, drei Wochen. Deswegen steht sie auch nicht auf Abruf, weil sie einfach verletzt ist", so der Bundestrainer. Dies bestätigte die Nationalspielerin am Freitag auf ihrem Instagram-Profil. "Die letzten Monate waren körperlich ein Auf und Ab. Mein Knie hat mir Grenzen gezeigt, die ich zu lange ignoriert habe", schrieb Anyomi.
„Ich vermisse das Nationaltrikot, aber jetzt steht meine Gesundheit an erster Stelle.“ (Nicole Anyomi)
Anders als noch im Mai wollte Wück die Stürmerin für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande (4:0) und Österreich (6:0) nominieren - die letzten beiden Möglichkeiten, sich vor der Kadernominierung noch einmal zu zeigen. Doch ihre Blessur habe ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Deshalb musste ich schweren Herzens den Lehrgang - und damit auch die Chance, bei der EM dabei zu sein - absagen", so Anyomi weiter. "Ich vermisse das Nationaltrikot, aber jetzt steht meine Gesundheit an erster Stelle."
Bundesliga-Bestmarke mit 23 Scorer-Punkten
Dabei machte Anyomi in der abgelaufenen Saison auf sich aufmerksam: Mit 14 Toren und neun Vorlagen avancierte die 25-Jährige zur besten Scorerin der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit und hatte bei Eintracht Frankfurt maßgeblichen Anteil am Herbstmeistertitel sowie Platz drei in der Endabrechnung. Doch statt ihre Bilanz von zwei Treffern in bislang 27 Länderspielen in der Schweiz aufzubessern, bleibt Anyomi nur die Rolle als Fan: "Den DFB-Frauen wünsche ich von Herzen nur das Beste! Ich glaube an euch!"
Die Frankfurterin richtet ihren Blick nun schon auf die kommende Saison, in der sie mit der SGE wieder das dominante Duo aus dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg angreifen will. "Ich nutze den Sommer, um Kraft zu tanken für ein starkes Comeback", schrieb Anyomi. Im Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich (22. und 28. Oktober) könnte es dann nach gut einem Jahr Pause auch wieder zu einer Rückkehr in den DFB-Kader reichen.