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"Reifetests haben wir nicht bestanden": Fortuna Regensburg noch kein Spitzenteam

kicker

Der SV Fortuna Regensburg hat sich nach dem erstmaligen Aufstieg in die Bayernliga bestens akklimatisiert. Insbesondere in der vergangenen Spielzeit beeindruckten die Oberpfälzer nach schwachem Start zudem mit zielstrebigem Offensivfußball - auch ein Verdienst des 2024 vom spielenden Co- zum Haupttrainer aufgestiegenen Coach Arber Morina. Der will mit seiner Truppe nun weiter vorankommen: "Für uns ist es jetzt die Challenge, die letzte Saison zu bestätigen, um endgültig in der Bayernliga anzukommen und zu einer festen Größe zu werden."

Ein Vorhaben, das bisher auf einem guten Weg ist: Die Fortuna hat sich nach einem Viertel der Saison im breiten Vorderfeld der Tabelle platziert und stellt mit knapp drei Treffern pro Partie erneut ihren Torhunger unter Beweis.

Schlüsselspieler fehlen, Fortschritt bleibt

Dabei ist eine derartige Entwicklung keinesfalls selbstverständlich: Denn mit Fabian Ziegler verlor die Truppe den Torschützenkönig der vergangenen Saison leihweise an den Stadtrivalen SSV Jahn Regensburg. "Ich hoffe, dass er nicht mehr zurückkehrt", schmunzelt Morina und wünscht seinem ehemaligen Schützling den dauerhaften Sprung in den Profifußball.

Rein sportlich fällt der Abgang des 24-Jährigen bisher tatsächlich weniger ins Gewicht als befürchtet: "Fabian hat einen unglaublichen Zug zum Tor, die anderen Jungs waren vor dem Tor weniger konsequent. Doch jetzt drängen alle - von daher freut es uns ungemein, dass wir den Weggang in der Gesamtheit kompensieren konnten."

Und nicht zu vergessen: Obwohl der Ziegler-Wechsel die weiteren Abgänge fast ein wenig überstrahlte, galt es auch in Verteidigung und Mittelfeld zentrale Akteure zu ersetzen. Hinten sorgten die Verantwortlichen aufgrund des Karriereendes von Tobias Zöllner mit Nico Dantscher vom Regionalligisten aus Vilzing für direkten Ersatz.

Anders gelagert ist die Situation beim Kapitän und "verlängertem Arm" Mario Baldauf: Der 27-Jährige erlitt in der Rückrunde der Vorsaison einen Muskelbündelriss und war nun auf dem Weg zurück - bis die alte Verletzung wieder aufriss. "Das war natürlich eine Schockdiagnose für uns, denn Mario trägt unsere Philosophie wie kein anderer. Ich hatte deshalb schon Sorgen - somit wieder Kompliment an die Mannschaft, wie gut sie seinen Ausfall und die Abgänge generell bisher weggemacht hat", lobt der Coach seine Truppe, in der "viele den nächsten Schritt gemacht" haben.

„Infrastrukturell haben wir ehrlicherweise Bedingungen eines Bezirksligisten.“ (Arber Morina)

Apropos nächster Schritt: Für den Verein wäre dies tatsächlich schon der Sprung in die Regionalliga. Die Erwartungen im Umfeld sind nach den erfolgreichen letzten Jahren gestiegen, sodass so mancher Außenstehender aufgrund der Tabellensituation und derzeit Rang 3 sicherlich schon liebäugelt.

Aber ist die vierte Liga auch für den Verein ein realistisches Szenario? "Infrastrukturell haben wir ehrlicherweise Bedingungen eines Bezirksligisten. Die Regionalliga ist eine ganz andere Nummer, da sind wir aktuell zu klein und ich wüsste nicht, wie wir die Anforderungen bewältigen sollten", gibt sich der 38-Jährige keinen Träumereien hin, ist jedoch keineswegs frei von Ambitionen nach oben.

Schließlich ist sein Aufgabengebiet ohnehin die sportliche Entwicklung. "Und da bin ich selbst hungrig. Zudem haben unsere Spieler großes Potenzial. Hier geht also kein Zyklus zu Ende - viel eher wollen wir uns weiterentwickeln", sieht Morina den gemeinsamen Weg erst am Anfang.

Psyche als Schlüssel zum Spitzenteam

Doch bei aller Euphorie ist klar, dass die Bayernliga weiterhin kein Selbstläufer ist - schmerzhafte Beweise gab es zuletzt gegen die anderen Topteams: Gegen Hof vergab die Fortuna in den Schlussminuten eine Zwei-Tore-Führung, in Erlangen verlor man trotz spielerischer Überlegenheit ohne eigenes Tor. "Diese Reifetests haben wir nicht bestanden", urteilt der Trainer knallhart, traut seiner Truppe rein sportlich einen Spitzenplatz aber weiterhin zu.

Für eine Platzierung ganz oben würden dann allerdings weitere Herausforderungen warten, wie der Coach betont: "Dazu musst du über eine lange Distanz eine gewisse Erfolgsfrequenz hinlegen. Irgendwann bist du der Gejagte und die Spielweisen der Gegner ändern sich. Du musst mehr gestalten und willst auch auswärts drei Punkte. Das ist psychischer Stress und erfordert viel mentale Stärke und Coolness."

Jene Stärke aufzubringen ist für Morina der "schwierigste Schritt" auf dem Weg zu einer möglichen Meistermannschaft. Rein punktetechnisch bedeutet das mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre: Nur einmal reichte für die Meisterschaft in der Bayernliga Nord ein Schnitt von knapp unter zwei Punkten, zumeist lagen die Titelträger am Ende deutlich über dieser Marke. Von einer solchen Punktebilanz sind die Regensburger derzeit noch ein gutes Stück entfernt. Ein Problem ist das jedoch nicht: Schließlich soll die gemeinsame Entwicklung noch weitergehen.