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Robatsch: Heimreise, um anzukommen

kicker

Aus St. Paulis Trainingslager in Flachau (Österreich) berichtet Sebastian Wolff

Den trainingsfreien Montag hat der 20-jährige Neuling genossen, obwohl er komplett verregnet war. Es ging in die Berge, dazu kam Besuch aus der Heimat. "Es ist schön hier zu sein, ich war zuvor zwei Monate nicht in Österreich." Sein Fokus indes gilt dem Ziel, in Hamburg Fuß zu fassen. Und die ersten Schritte in der neuen Umgebung und der größeren Konkurrenz verlaufen verheißungsvoll. Womöglich, weil Jannik Robatsch schon früh gewohnt war, sich gegen Größere zu behaupten.

Schon mit 15 Jahren im Männerfußball

Der Innenverteidiger hat nicht die klassische Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum durchlaufen, sondern lange in seinem Heimatverein ATuS Velden gespielt. "Der Vorteil daran war, dass ich schon mit 15 Jahren mein erstes Spiel im Männerfußball absolviert habe", verrät Robatsch. "Natürlich ist Akademiefußball von der Qualität und der taktischen Schulung her etwas ganz anderes, aber mir hat es körperlich Vorteile verschafft, dass ich so früh gegen Erwachsene gespielt habe."

Die Fähigkeit, sich schnell an im Wortsinn größere Herausforderungen anzupassen, sagt er, helfe ihm auch jetzt auf St. Pauli. "Das Niveau in der deutschen Bundesliga ist höher als in Österreich, aber wenn ich mit besseren Spielern trainiere, passe ich mich schnell an." Sein neuer Trainer attestiert ihm dies ebenfalls. Alexander Blessin ist grundsätzlich zufrieden mit den ersten Eindrücken, die der nach David Nemeth und Simon Spari dritte Österreicher hinterlässt, fordert aber: "Er kann in manchen Situationen noch mutiger sein."

Robatsch weiß genau, welche Situationen der Coach meint. "Der Fußball hier ist eine Umstellung für mich. In Klagenfurt ging es viel um lange Bälle, da muss ich mich umstellen. Ich finde, ich habe mich schon gut eingefügt, aber im Spiel mit dem Ball muss ich noch mutiger werden." Denn die Chance, von Anfang an eine Rolle beim Vorjahres-Aufsteiger zu spielen, besteht durchaus. Karol Mets ist nach seiner Knie-Operation in Flachau im Lauftraining, fehlt aber bereits seit November und ist keine Option für den Saisonstart. Um den Platz als linker Innenverteidiger bewirbt sich neben Robatsch Lars Ritzka. Der ist gelernter Linksverteidiger, ist aber seit diesem Kalenderjahr in einem Umschulungsprozess.

Dass er als Youngster nicht gesetzt ist, weiß Robatsch, die Möglichkeit, sich festzubeißen aber sieht er. "Ich weiß, dass ich die Herausforderer-Rolle einnehme und will es dem Trainer so schwer wie möglich machen." Die Fähigkeit, große Herausforderungen anzunehmen soll ihm dabei ebenso helfen wie eine Portion Pragmatismus. Wie auf seiner ersten Profistation in Klagenfurt hat sich Robatsch auch auf St. Pauli für die Rückennummer "34" entschieden. Der Grund: "Als junger Spieler muss man sich die guten Verteidiger-Nummern wie die 3 oder die 4 erst verdienen." Er hat gleich beide genommen.