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Rotation statt Feinschliff: Bayreuth kämpft mit den Ausfällen

kicker

Den Tränen nahe stand der sonst so coole Lukas Kling nach dem 2:0-Sieg über den TSV Buchbach auf dem Feld. Nach feiern war ihm nicht zumute. Schließlich lag mit Felix Heim der in den letzten Wochen als Dreh- und Angelpunkt seiner SpVgg Bayreuth fungierende Schlüsselspieler gerade im Fond des Rettungswagens vor dem Eingang in Richtung der Spielerkabinen.

Nur Sekunden nach seinem Treffer zum Endstand grätschte er im Mittelfeld nach einem Ball - Spiegelbild des neuen Altstädter Willens, der nach der 1:5-Niederlage gegen den FV Illertissen immer wieder zu beobachten war. Seine Stollen verhakten sich im Rasen, sein Fuß stand unnatürlich ab, es stellte sich nur noch die Frage nach der Verletzungsschwere. "In Anbetracht der schrecklichen Bilder auf dem Platz ist es aber sogar noch einigermaßen glimpflich ausgegangen", stellte Geschäftsführerin Nicole Kalemba fest: Es ist "nur" das Wadenbein gebrochen und die Syndesmose gerissen. Klar ist auch: Der 23-jährige Offensivmann, der in seiner bisherigen Karriere des Öfteren seine Vereine wechselte und sich offensichtlich in Bayreuth ziemlich wohlfühlt, wird mindestens bis zur Winterpause ausfallen.

"Es ist nicht nur menschlich tragisch, sondern auch sportlich", sagt Kling ob der starken Form seines Flügelflitzers. Der traf beim 2:2 im Grünwalder Stadion gegen die kleinen Bayern schon doppelt und ließ gegen Buchbach einen weiteren Galaauftritt folgen.

Eine Reihe von Ausfällen

Für seinen Coach gilt es jetzt - schon wieder - neue Alternativen zu finden. Schließlich ist Heim nicht der erste längerfristig ausfallende Akteur. Torwart Lukas Zahaczewski brach sich noch in der Vorsaison das Wadenbein, sein eigentlicher Nachfolger Maurice Dehler zum Saisonstart den Mittelfuß - für die beiden springt aktuell der vom SSV Ulm 1846 gekommene Henry Höcker sehr stark in die Bresche.

Doch auch auf dem Feld ist der Altstädter Kader derzeit ziemlich ausgedünnt. Die beiden Außenverteidiger Dennis Lippert und der vom 1. FC Nürnberg II gekommene Ben Fischer fallen seit zwei bzw. vier Spielen aus, Manndecker Tobias Weber kehrte nach einem Zehenbruch und drei Spielen Pause gegen Buchbach zurück: Was sich als sehr wichtig erweist, da im Auswärtsspiel beim TSV Schwaben Augsburg der sehr stark einschlagende Innenverteidiger Alexander Seidel aufgrund seiner fünften gelben Karte zum Zuschauen verdammt ist.

Auf der Sechserposition wird Marco Zietsch bis zur Winterpause ausfallen: Bei ihm löste sich ein Band im Knie. Und im Offensivbereich hoffen die Wagnerstädter auf eine möglichst schnelle Rückkehr des in dieser Saison verletzungsbedingt noch nicht auflaufenden Deniz Koc und von Jann George, der muskulär bedingt zuletzt passen musste.

Personelle Rotationen

"Wir haben Gott sei Dank sehr viele Spieler, die auf verschiedenen Positionen spielen können", so Kling über sein momentanes Schicksal und die stets gefundenen Lösungen nach neuen Hiobsbotschaften. Zusammen mit seinem Trainerteam um Edwin Schwarz, Jann George und die beiden auf Jakobs Höhen zurückgekehrten Sebastian Köhler und Fabian Kolb darf er seit Wochen mehr über personelle Rotationen als über taktische Maßnahmen grübeln. Kein Wunder, dass die mit elf Punkten stark gestarteten Gelb-Schwarzen auch über personelle Veränderungen nachdenken. "In unserem Fokus werden vertragslose Spieler sein", verriet Kling nach dem Buchbach-Spiel, "erstens aufgrund der zeitlichen und auch aufgrund der finanziellen Komponente."

Gut möglich, dass sich schon bald eine Lösung abzeichnet. Bis dahin müssen die verbliebenen Spieler es regeln. Am wahrscheinlichsten wird der vom FSV Zwickau gekommene Luis Klein für Felix Heim in die Startformation rutschen: Der 22-jährige Linksfuß überzeugte bislang regelmäßig, belohnte sich für seinen Einsatz aber noch nicht mit einem Treffer. Das gilt auch für zwei weitere Neuankömmlinge, die den Anhängern Freude bereiten: Lucas Quirin (25, FC Homburg) und Tino Lennerth (18). Den eint mit dem Altstädter Trainerduo und Felix Heim eines: Sie waren einst bei den Stuttgarter Kickers tätig - anscheinend gute Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Engagement in Bayreuth.

Winklbauers Premierentor

Mit seinem ersten Tor belohnte sich ein weiterer Neuzugang zuletzt: Thomas Winklbauer, nach einem nicht zufriedenstellenden Drittligajahr bei der SpVgg Unterhaching gekommen. "Ich weiß, wo in der Regionalliga das Tor steht", sagt der einstige Burghausener Torjäger, "nach einem nicht so glücklichen Jahr zuletzt hab ich Vertrauen in mich selber und bin mit riesigem Selbstvertrauen hierhergekommen."

Dabei stellt er - wie der Kader es kollektiv tut - die Gesamtheit der Mannschaft in den Mittelpunkt. "Die Jungs und das Umfeld haben mir es leicht gemacht, anzukommen." Er hofft darauf, dass sein Premierentor ein Dosenöffner war, "auch wenn es egal ist, wer trifft."

Bevorzugt war das bislang Felix Heim. Ihn gilt es zu ersetzen. "Je schwieriger die Ausfälle werden, desto mehr müssen wir zusammenrücken", sagt Winklbauer pragmatisch, "wir sagen immer, dass wir eine geile Truppe sind. Dann müssen wir jetzt zeigen, was wir für eine geile Truppe sind und den Spieler der ersten fünf Spiele ersetzen!"