Trainingsauftakt am Montag
Selbst die Ferien kennen einen Endspurt - zumindest für die Sportlichen Leiter. Dennis Lichtenwimmer-Conversano, in dieser Funktion bei den Oberhausener Rot-Weißen tätig, stellte eine knappe Woche vor dem Trainingsauftakt zur Serie 25/26 einen weiteren Neuzugang vor: Lucas Halangk stößt vom Halleschen FC zu den Kleeblättern.
Erneut also meldet der Klub einen Zugang mit Erfahrung aus einer höheren Klasse, und in gewisser Weise verkörpert der für die offensiven Außenbahnen vorgesehene Hallenser den Idealtypus, den sich wohl auch RWO-Trainer Sebastian Gunkel so vorstellt: "Er ist jung und trotzdem schon mit der Erfahrung von 30 Drittliga-Einsätzen ausgestattet, er ist offen für neue Entwicklungen und auch Herausforderungen."
Immerhin wird Halangk seine Heimat verlassen und erstmals außerhalb von Sachsen-Anhalt tätig. An der Lindnerstraße macht man kein Hehl daraus, lange um den 21-Jährigen gebuhlt zu haben, was auch anzeigt, dass man von ihm einiges erwartet.
Stürmer gesucht - Kesim zählt "noch" zum Kader
Am kommenden Montag wird der Kader die Arbeit auf dem Gelände am Stadion Niederrhein aufnehmen, komplett ist er allerdings noch nicht. Lichtenwimmer-Conversano bastelt an zwei Aufgaben: "Wir wollen noch einen rechten Halbstürmer sowie einen Mittelstürmer."
Das hört sich in beiden Fällen sehr speziell an und ist auch so gemeint. Allerdings macht "DLC" auch eine Einschränkung: "Wir stehen nicht unter Druck, sondern sehen insgesamt schon ganz gut aus." Das gilt auch für die Mittelstürmer-Position: Vom SV Meppen ist Christopher Schepp bereits verpflichtet, und während des Frühjahrs ist auch der U-19-Angreifer Cankoray Mutlu bereits mit einem Vertrag ausgestattet worden und hat auch schon Regionalliga-Luft geschnuppert.
Zudem: Der als abwanderungswillig geltende Timur Kesim hat sich bislang nicht abgemeldet, ist auch noch von keinem anderen Verein als Zugang gemeldet worden. Ob er beim Auftakt auf dem Platz steht? Schulterzucken.
RWO plant nicht mehr mit Bonga und Yalcin
Relativ unklar scheint auch die Situation um Allround-Talent Kerem Yalcin: Ein neuer Verein ist nicht bekannt, aber ernsthaft rechnet niemand mehr in Oberhausen mit einem Verbleib des sympathischen jungen Mannes, dem zwischenzeitlich TSG Hoffenheim II und/oder VfB Stuttgart II "angedichtet" worden waren. Überhaupt keine Rolle mehr spielt in den Oberhausener Überlegungen Tarsis Bonga, der ja schon bei seiner Ankunft im vergangenen Oktober angekündigt hatte, nicht lange bleiben zu wollen.
Wenn Lichtenwimmer-Conversano seine Arbeit getan hat, deren Ziel unter anderem darin besteht, dem Trainerteam um Gunkel 22 Feldspieler (möglichst alle Positionen doppelt besetzt) und drei Torleute auf den Platz zu stellen, übernimmt der Coach die Arbeit auf dem Platz. Nachdem es im Januar/Februar auch wegen des Wechsels im Präsidium vorübergehend etwas unübersichtlich und fast euphorisch geworden war, herrscht jetzt deutlich die Besinnung auf eigene Entwicklung und eigene Spielidee vor.
Wobei: Die Stärke der Regionalliga West in der neuen Spielzeit ist auch wegen der vielen "Zweitvertretungen" von Bundes- und Zweitligisten schwerer einzuschätzen als je zuvor. Allenthalben heißt die These: Wenn einem dieser schwer auszurechnenden Teams der Aufstieg von der Chefetage verordnet ist, ist das schwer zu verhindern. Allerdings erinnern sich gerade Oberhausener stets gern an Addi Preißler, den Bundesliga-Aufstiegstrainer von 1969 und seinen berühmten Satz: "Entscheidend is’ aufm Platz." Und sein Nachfolger Gunkel denkt genauso.