Fehlercode: %{errorCode}

Röslers Plan: Ein Riedle für mehr Kopfballtore

kicker

Knapp zwei Wochen blieben dem neuen Bochumer Trainer, Nachfolger von Dieter Hecking und David Siebers, um zumindest an ein paar Baustellen zu arbeiten. Sehr markant: Bochums Hintermannschaft präsentiert sich bisher extrem wackelig, überdies fehlt vor dem gegnerischen Tor die Abgeklärtheit und Genauigkeit.

Kommt noch hinzu: Der Bundesliga-Absteiger zeigt sich äußerst harmlos bei Standardsituationen. Auch da will der neue Trainer Abhilfe schaffen. Denn natürlich weiß Rösler, früher ein veritabler Stürmer, genau um die Bedeutung der Situationen, die im Anschluss an eine Ecke oder einen Freistoß entstehen.

Neun Feldspieler sind mindestens 1,90 Meter groß

"Fußballspiele werden in den Strafräumen entschieden. Standardsituationen machen den Unterschied", das ist ein Credo des erfahrenen Trainers. Dabei wäre gerade die aktuelle Bochumer Mannschaft prädestiniert, um bei hohen Bällen zum Zuge zu kommen, denn insgesamt sind neun Feldspieler mindestens 1,90 Meter groß.

Aber: Einen Standard-Treffer hat der Vorletzte der 2. Liga in der laufenden Runde noch nicht erzielt. Auch deshalb nahm Rösler die Standardsituationen bei seinen ersten Einheiten in den Fokus, mit einem gewieften Assistenten an seiner Seite.

Riedle ist Experte für Standardsituationen

Als neuen Co-Trainer brachte Rösler Alessandro Riedle mit, zuvor in gleicher Funktion beim FC Zürich angestellt, ein "Experte für Standardsituationen", wie Rösler anmerkte. Riedle? Genau, der 34-Jährige ist der Sohn von Karl-Heinz Riedle, früherer Nationalspieler, äußerst erfolgreicher Torjäger, unter anderem beim Bochum-Nachbarn Borussia Dortmund.

Möglich, dass also Riedle Senior demnächst auch mal im Ruhrstadion auftaucht. In Zürich hatte ihm sein Sohn übrigens auch mal Stadion-Verbot erteilt. "Jedes Mal, wenn ich da war, haben sie verloren", erzählte Riedle mal.

Air Riedle stand für exzellentes Timing beim Kopfball; nun soll sein Sohn den Bochumer Spielern in Sachen Standards auf die Sprünge helfen. Auch in Dänemark, wo er zuletzt drei Jahre bei Aarhus GF wirkte, hatte Röslers sehr viel Wert auf ruhende Bälle gelegt. Einer der Kernpunkte: Die kopfballstärksten Spieler wurden gezielt von ihren Nebenleuten freigeblockt; das soll nun auch beim VfL ein Mittel zum Zweck sein.

Glaubt man Rösler bei seinen Ausführungen, freilich mit einem Augenzwinkern, dann waren die ersten Einheiten gleich von Erfolg gekrönt. "Wir haben ein Tor gemacht, dann habe ich gleich das Training abgebrochen. Wir sind sofort reingegangen, besser ging es nicht", erzählte Rösler mit einem Schmunzeln. "Ich will nicht zu viel verraten, aber das war schon mal ein guter Start."

Besonders auf die Standards also setzt Rösler bei seiner Zweitliga-Premiere mit Bochum, gewiss auch auf etwas anderes Personal als zuletzt seine Vorgänger. Zumindest haben gerade die Mittelfeldspieler Niklas Jahn und der lange verletzte Momo Kwarteng in den ersten Einheiten unter dem neuen Trainer überzeugt. Beide dürften gegen Hertha zumindest zu Teilzeiteinsätzen kommen.

"Ich freue mich riesig auf meine Premiere im Ruhrstadion", so Rösler. "Wir müssen dafür sorgen, dass der Funke am Samstag überspringt." Und vielleicht helfen ja auch ein paar Standards, um den zweiten Sieg der Saison einzufahren.