Fehlercode: %{errorCode}

"Schon bizarr": Wiegmans Final-Abo

kicker

Für zahllose Fußballerinnen oder Nationaltrainer ist die Teilnahme an einem Welt- oder Europameisterschaftsfinale etwas Einmaliges. Nicht aber für Sarina Wiegman: Bei der Niederländerin wirkt es eher wie ein Abo, das sie durchschnittlich alle zwei Jahre wieder bucht.

Am Dienstag schloss sie es durch ein 2:1 gegen Italien nach Verlängerung zum fünften Mal in Folge ab. Nach 2017, 2019 - beides mit der Niederlande, das sie dafür als erste Frau im Skulpturenpark des Verbandes würdigte -, 2022 und 2023 steht sie auch 2025 wieder bei einem Großereignis (EM und WM) im Finale an der Seitenlinie. "Das ist schon bizarr. Ich finde es selbst auch unglaublich, aber es gefällt mir", so die englische Nationaltrainerin.

Ein Erfolgsgeheimnis konnte sie aber nicht nennen. "Ich weiß es nicht. Ich bin die Glückliche, da ich mit so vielen guten Leuten zusammenarbeiten darf. Es ist so besonders, ein Finale zu spielen", erklärte die 55-Jährige. Allerdings kostete sie der Ausbau der Serie mächtig Nerven. So verriet Ella Toone, dass Wiegman gesagt habe, dass "sie gealtert" sei.

Schon mehrmals stand ihr Team nach wenig überzeugenden Auftritten kurz vor dem Aus, rettete sich aber dann durch späte Tore. Beim Erfolg gegen Schweden im Elfmeterschießen hatten Lucy Bronze und Michelle Agyemang ihre Nation mit einem Doppelschlag in der Schlussphase in die Verlängerung gebracht. Und gegen Italien im Halbfinale erzielten die Engländerinnen jeweils kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit und der Verlängerung die Tore zum 2:1.

Die Inkonstanz zieht sich ein wenig durch die Amtszeit Wiegmans. Denn selbst beim 4:0 im EM-Halbfinale 2022 gegen Schweden oder gegen Kolumbien (2:1) und Nigeria (4:2 im Elfmeterschießen) bei der vergangenen WM hätte England durchaus ebenfalls ausscheiden können. "Es wird immer wieder darüber geredet, dass England inkonstant sei. Aber wir stehen im dritten großen Finale hintereinander. Es war wahrscheinlich wieder nicht unser bestes Spiel, aber es zeigt, woraus dieses Team gemacht ist", so Bronze.

„Wir wissen, dass wir in guten Händen sind.“ (Ella Toone)

Worauf die routinierte Außenverteidigerin damit anspielt, ist die Mentalität, die Wiegman den Spielerinnen eingeimpft hat. Die verbal sehr direkte Trainerin, die bei ihrer Amtseinführung "einige zusätzliche Regeln" eingeführt hatte, strahlt das Vertrauen auch an der Seitenlinie aus. Sie bleibt während der 90 Minuten weitgehend ruhig, hält konsequent an ihrem Plan fest und glaubt stets an einen Sieg. "Wir wissen, dass wir in guten Händen sind", erklärte Toone und benennt dafür wenig später auch den Grund: "Sie hat immer wieder neue Ideen parat."

Solche benötigt Wiegman auch am Sonntag gegen Spanien wieder, wenn sie ihre makellose Bilanz in EM-Endspielen ausbauen möchte. Dann wäre sie nach Tina Theune (1997, 2001, 2005) nicht nur die zweite Trainerin mit drei EM-Titeln in Serie, sondern würde in England auch die Ritterwürde erhalten.