Am Ende waren es Millimeter, die dem SC Freiburg den Sieg beim FC Augsburg kosteten: Weil Yuito Suzuki aus dem Toraus geflankt hatte, zählte Igor Matanovics vermeintliches 3:2 auch nach VAR-Check nicht. Doch das war nicht der Treffer, der Julian Schuster nach dem 2:2 am Sonntag am meisten umtrieb.
Aus Sicht des Freiburger Trainers hätte das Augsburger 2:0 kurz nach der Pause nicht zählen dürfen. Vor der Ecke, die der gerade erst eingewechselte Elvis Rexhbecaj einköpfte, war Lukas Kübler zu Fall gekommen. Schiedsrichter Martin Petersen griff nicht ein, Video-Assistent Daniel Siebert durfte nicht.
"Ich finde es Wahnsinn. Wir müssen da über eine Regel sprechen", echauffierte sich Schuster bei DAZN. "Es wird nur nicht gepfiffen, weil der Ball nicht im Spiel ist. Das darf so nicht sein. Punkt. Wenn sie das als Foul bewerten, muss auch auf Foul entschieden werden."
"Das ist uns schon am 34. Spieltag passiert"
Was Schuster meinte: Der VAR darf nicht eingreifen, wenn der Ball nicht im Spiel ist, konnte also ein mögliches Foul vor Ausführung des Eckstoßes beim Tor-Check nicht berücksichtigen. "Die Argumentation mir gegenüber ist: Der Ball ist noch nicht im Spiel. Das darf nicht die Argumentation sein. Da muss man sich überlegen, dass man das anpasst", befand der SCF-Coach. "Wenn ein Tor fällt, muss der VAR sich einschalten dürfen. Es kann nicht sein, dass du vorher ein Foul machen kannst und es nicht geahndet wird."
Die Freiburger sind bei diesem Thema bereits vorgeschädigt. "Das ist uns schon am 34. Spieltag passiert", ärgerte sich Schuster. Als es beim direkten Duell mit Eintracht Frankfurt um ein Champions-League-Ticket ging, hatte Hugo Ekitiké Max Rosenfelder kurz vor der Ausführung des Freistoßes, der zum 1:3-Endstand führte, im Gesicht getroffen. Auch damals waren dem VAR die Hände gebunden.
Damals hatte die Eintracht Glück, diesmal war die Lage allerdings weit weniger eindeutig. Kübler, der Keven Schlotterbeck vor dem Eckball verfolgt hatte, schien vielmehr an Michael Gregoritsch hängenzubleiben. Ein klares Foulspiel war nicht zu erkennen - was an Schusters Argumenten für eine Regeländerung allerdings nichts ändert.