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Schwacher Trost: Spaniens Aitana ist Spielerin des Turniers - Esther Torschützenkönigin

kicker

Zumindest mit der Silbermedaille um den Hals huschte Aitana ein kleines Lächeln übers Gesicht. Ansonsten aber war der 27-Jährigen der Frust nach der Niederlage im Finale der Frauen-EM nach Elfmeterschießen (1:3 i.E.) gegen England deutlich anzusehen. Auch als sie ihre individuelle Auszeichnung abholte.

Die siegreichen Engländerinnen standen Spalier, spendeten wohlverdienten Applaus, als die zweimalige Weltfußballerin als beste Spielerin des Turniers verkündet wurde. Schon bei der Weltmeisterschaft 2023, als sich die Ibererinnen im Finale gegen England mit 1:0 durchgesetzt hatten, erhielt Aitana diese Auszeichnung.

Dabei drohte eine Meningitis-Erkrankung kurz vor dem Turnierstart der Mittelfeldspielerin vom FC Barcelona noch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Letztlich wurde sie aber wenige Tage vor dem Turnierstart aus dem Krankenhaus entlassen, kam in den ersten beiden Partien immerhin als Joker zum Einsatz und stand schließlich in allen weiteren in der Startelf. Im Halbfinale gegen Deutschland erzielte Aitana den Siegtreffer, der Spanien ins Finale brachte.

Die UEFA Technical Observer Group, verantwortlich für die individuellen Auszeichnungen bei der EM, lobte Aitana als "treibende Kraft" in Spaniens Mittelfeld. Sie habe Kreativität in die iberischen Angriffe gebracht und in der Offensive "herausragend" gespielt. "Sie war der Schlüssel zu Spaniens Stil."

Vier Tore in der Gruppenphase reichen Esther zur Krone

Noch zielsicherer präsentierte sich bei dieser EM-Teamkollegin Esther, die mit vier Treffern die Krone der Torschützenkönigin in der Schweiz gewann. Die 32-Jährige - aktuell in den USA für Gotham FC aktiv - traf beim Auftakt gegen Portugal doppelt und in den beiden restlichen Gruppenspielen jeweils einmal. In der K.-o.-Runde verbuchte die Stürmerin keinen Treffer mehr, im Finale gegen England wurde sie in der 89. Minute ausgewechselt und konnte somit nicht mehr am Elfmeterschießen teilnehmen.

Auch für Esther dürfte die individuelle Auszeichnung nach dem verlorenen Finale allerdings nur ein schwacher Trost sein. Deutlich ausgelassener war da verständlicherweise die Stimmung bei Michelle Agyemang. Die 19-jährige Engländerin erhielt die Trophäe als beste junge Spielerin des Turniers und feierte auf dem Weg zum Podium mit einem kleinen Tänzchen im Kreise ihrer Mannschaft.

Die Stürmerin von Brighton & Hove Albion hatte gewaltigen Anteil am Erfolg der Lionesses, ihre zwei Treffer waren von enormer Bedeutung: Im Viertelfinale gegen Schweden traf sie in der 81. Minute zum Ausgleich, bevor die Engländerinnen sich im Elfmeterschießen durchsetzten (3:2 i.E.). Im Halbfinale gegen Italien rettete Agyemang ihr Team in der sechsten Minuten der Nachspielzeit mit ihrem Tor zum 1:1 überhaupt erst in die Verlängerung, in der der Europameister schließlich mit 2:1 gewann.

Agyemang ist damit Nachfolgerin von Lena Oberdorf, die 2022 erstmals mit dem Award für die beste junge Spielerin der EM ausgezeichnet worden war.