Beim 2:2 gegen Rostock, mit dem sich die Duisburger letztlich in die Länderspielpause verabschiedeten, hatte sich Dietmar Hirsch noch "schwarz geärgert", wie er bei MagentaSport erklärt hatte. "Maßlos enttäuscht, sauer und wütend" war der MSV-Trainer. "Nicht über die Leistung" seiner Mannschaft, "sondern das Ergebnis". Auch die herausragende Tabellensituation hatte an diesem Umstand nichts ändern können.
"Jetzt mal ganz im Ernst: Hier darf doch nur eine Mannschaft gewinnen. Es war unfassbar. Wir haben beide Halbzeiten komplett dominiert, hatten viel mehr Ballbesitz, viel mehr Gier, waren in den Zweikämpfen mehr da", so Hirschs Spielanalyse vor rund einer Woche. Mit etwas Abstand ließ der 53-Jährige nun den Saisonstart des Tabellenführers Revue passieren - und ruderte selbst etwas zurück.
„Träumen kann man.“ (Dietmar Hirsch)
"Es ist schön, wenn man mal zwei Wochen nicht spielt und immer noch da oben ist", zitiert RevierSport den Duisburger Coach, dessen Team derzeit vier respektive fünf Punkte von den Verfolgern Cottbus und Osnabrück trennen. "Wir wissen jedoch auch, dass wir weiter arbeiten müssen. Du darfst nicht gierig sein - da habe ich mich gegen Rostock ein bisschen ertappt mit Aussagen, die vielleicht zu extrem waren."
Es gebe schließlich "einen Unterschied" zwischen "Gier und hungrig sein", doch generell bestehe durchaus der Eindruck, dass die Spieler die "schöne Situation" an der Tabellenspitze "unbedingt verteidigen wollen. Das haben wir im letzten Jahr hinbekommen und das werden wir eine Liga darüber auch probieren. Träumen kann man", gestand Hirsch den Zebras ein.
Erstes Spiel nach 1860-Trainerwechsel
Um dem Weihnachtswunsch des Trainers - "Erster und weiterhin im Pokal dabei zu sein" - ein weiteres Stück näherzukommen, strebt der MSV nicht nur einen Sieg im Landespokal in Uerdingen (Mittwoch, 19.30 Uhr), sondern auch im nachfolgenden Liga-Auswärtsspiel beim TSV 1860 München an (19. Oktober, 16.30 Uhr). Dadurch, dass die Löwen in dieser Partie erstmals von Neu-Coach Markus Kauczinski betreut werden, "weißt du nicht so richtig, was auf dich zukommt", blickt Hirsch voraus.
Nichtsdestotrotz befindet sich der Tabellenführer selbstredend "in einer viel besseren Ausgangssituation" und fährt "natürlich überall hin, ungeachtet deren sportlichen Lage, um dort zu gewinnen. Wir hoffen nicht, dass sie gegen uns den Bock umstoßen", erklärt Hirsch.