"Der beste Spieler der Welt" oder "Bestialisch!" - Erling Haaland beeindruckte mit seiner Show am Dienstag gegen Moldau sowohl seine Mitspieler als auch die Presse. Gleich fünf Treffer steuerte der Angreifer zum 11:1, dem höchsten norwegischen Sieg in einem offiziellen Spiel, bei. Damit krönte er sich zum ersten europäischen Spieler des Jahrhunderts, der in einem WM-Qualifikationsspiel einen Fünferpack schnürte. Letztmals zuvor war dies dem Österreicher Hans Krankl gelungen, der 1977 gegen Malta (9:0) sogar sechs Treffer erzielte.
Haaland, der einst bei der U-20-WM neunmal in einer Begegnung getroffen hatte, stockte derweil in seinem 45. Länderspiel sein Torekonto auf 49 Treffer auf. Besonders in der jüngsten Vergangenheit verbesserte er seine ohnehin schon sensationelle Quote. Denn 14 seiner 49 Tore erzielte Haaland in seinen vergangenen acht Länderspielen. Viele Worte wollte der 25-Jährigen nach seiner Gala aber nicht verlieren. "Es gibt nichts zu sagen, das spricht alles für sich", so Haaland, der den Spielball nach dem "wahnsinnigen" Spiel natürlich einpackte.
„Er schuldet mir ein paar Tore.“ (Erling Haaland über Thelo Aasgaard)
Ob auch Thelo Aasgaard mit mehr Gepäck zurück nach Glasgow reiste, ist derweil nicht überliefert. Allerdings dürfte er sich nach seinem Viererpack ebenfalls einen Ball gesichert haben. Dabei "klaute" er sein drittes Tor Haaland. Letztgenannter überließ ihm elf Minuten vor dem Ende einen Elfmeter. "Thelo konnte einen Hattrick erzielen, warum also nicht? Dann schießt er vier Tore und ich bereite ein weiteres Tor vor, also ist das nicht falsch", erklärte Haaland im norwegischen TV. Anschließend schob er noch hinterher: "Er schuldet mir ein paar Tore, um es so zu sagen."
Aasgaard selbst zeigte sich von der uneigennützigen Geste des Mitspielers begeistert. "Er ist ein unglaublicher Kerl. Das zeigt nur seinen Charakter", erläuterte der 23-Jährige. Ins Schwärmen geriet auch Leo Östigaard. "Allein seine Anwesenheit flößt den anderen Teams Angst ein", so der Innenverteidiger, dem ein Eigentor unterlief.
Tordifferenz als Zünglein an der Waage?
Italien - Norwegens ärgster Konkurrent in der Qualifikationsgruppe I - muss hoffen, dass diese Aussage nicht auf die Verteidiger von Israel und Estland zutrifft. Denn sollte die Landslaget die beiden kommenden Qualifikationspartien gegen die beiden Nationen gewinnen, könnte die Squadra Azzurra vor dem direkten Duell am letzten Spieltag ein Wunder brauchen.
Sie könnte aufgrund der Hinspielniederlage (0:3) im besten Fall nur noch punktetechnisch aufschließen und müsste dann für den Sprung auf den ersten Platz noch die bessere Tordifferenz aufweisen. Aktuell steht Norwegen in dieser Statistik bei +21 und Italien bei +5. Daher schwant der Gazzetta dello Sport bereits Böses: "Wenn Israel die Norweger nicht aufhalten kann, bleibt nur noch die Play-off-Runde", schrieb die italienische Zeitung. Für Haaland, der mit neun Toren die Torjägerliste der Qualifikation anführt, würde sich hingegen ein Traum erfüllen.