Aus Fort Lauderdale berichtet Matthias Dersch
Um 13.18 Uhr Ortszeit war es am Dienstag soweit: Mit seiner Einwechslung in der 59. Spielminute im ersten Klub-WM-Gruppenspiel gegen Fluminense feierte Jobe Bellingham sein viel beachtetes Debüt für Borussia Dortmund. Zwar konnte auch der 19-Jährige nichts an den Kräfteverhältnissen auf dem Platz ändern und das Spiel auf die Seite des BVB ziehen. Schlechter als zuvor seine Kollegen allerdings machte es der Engländer auch nicht.
Erst Achter, dann Sechser
Nachdem er für Pascal Groß ins Spiel gekommen war, positionierte sich der 30-Millionen-Euro-Einkauf zunächst an der Seite von Julian Brandt auf der rechten Achter-Position. Als später Carney Chukwuemeka ebenfalls eingewechselt wurde, rückte Bellingham ein Stück tiefer und agierte fortan überwiegend aus dem Sechser-Raum.
Auffällig war, wie sehr der Youngster, der bislang in der zweiten englischen Liga für Sunderland gespielt hatte, sofort aktiv sein wollte. Bellingham versteckte sich nicht, sondern suchte den Ballbesitz, gab erste Kommandos und Handzeichen an seine Mitspieler und versuchte, auch offensiv Akzente zu setzen. Sein Steilpass auf Serhou Guirassy allerdings verfehlte das Ziel.
Brandt: "Es ist nicht einfach gewesen für ihn"
"Es ist sicher nicht einfach gewesen für ihn, wie für alle anderen Spieler, die reingekommen sind. Es ist immer einfacher, wenn du in ein gefestigtes Gefüge reinkommst, wenn du vielleicht führst und die Kontrolle über das Spiel hast", sagte Brandt über das halbstündige Debüt des bislang einzigen Neuzugangs und ordnete die Schwierigkeit für Bellingham ein: "Du hattest das Gefühl, dass keine Struktur drin gewesen ist. Das kann im ersten Spiel bei einem Turnier mal vorkommen. Aber jetzt hat jeder gemerkt, dass du hier bei dieser WM auf Gegenwehr triffst."
Dass auch Bellingham körperlich robust agieren kann, bewies er bei einem fairen, aber resoluten Zweikampf gegen German Cano, den er für sich entschied. Seine anderen Vorzüge im Spiel mit wie gegen den Ball kamen dagegen noch nicht richtig zur Geltung. "Jobe ist ein herausragender Fußballer", sagte Waldemar Anton, der Bellingham in den vergangenen Tagen im Training bereits besser kennenlernen konnte. "Ich hoffe, dass er uns in den nächsten Wochen weiterhelfen kann."
Ein Bruder-Duell im Viertelfinale?
Ausgeschlossen ist es nicht, dass BVB-Trainer Niko Kovac den jüngeren Bruder des Ex-Dortmunders Jude Bellingham (Real Madrid) bereits im zweiten Gruppenspiel gegen Mamelodi Sundowns in die Startaufstellung beruft. Denn seine Positionskonkurrenten - also Groß, Marcel Sabitzer, Brandt und Felix Nmecha - konnten in ihren Einsatzminuten ebenfalls nicht für sich werben.
Und auch ein Bruderduell bei dieser Klub-WM liegt noch im Bereich des Möglichen: Denn im Viertelfinale könnten sich die Wege der beiden Bellinghams kreuzen, wenn sowohl der BVB als auch Madrid die Gruppe jeweils als Erster abschließt und sich auch im Achtelfinale durchsetzt.