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Siegtreffer gegen Turkmenistan: Sri Lanka feiert Lüneburgs Leon Perera

kicker

Als Leon Perera vor einer Woche der 1:0-Siegtreffer Sri Lankas gegen Turkmenistan gelang, brach um die Mittagszeit in einigen Wohnungen Lüneburgs Jubel aus. Ein Großteil seiner Teamkollegen und Trainer Tarek Gibbah vom LSK Hansa hatten das Spiel in der Asien-Cup-Qualifikation in Colombo live bei YouTube gesehen.

"Nach seinem Tor ist unsere WhatsApp-Gruppe explodiert. Das Video wurde sofort in die Gruppe gestellt", freut sich Gibbah auch einige Tage danach noch immer mit seinem Schützling. Sofort schickte er Perera eine Nachricht, konnte sich einen kleinen Seitenhieb dabei nicht verkneifen: "Wir fragen uns, warum du so aggressiv nicht beim LSK vor dem Tor bist. Da machst du die Dinger, bei uns nicht."

Es war Pereras zweites Tor für Sri Lanka im 18. Länderspiel. Bei Lüneburg steht für ihn in dieser Saison noch die Null. Aber ganz ernst gemeint war Gibbahs Spitze nicht. Beim Oberligisten ist man mächtig stolz darauf, mit Leon Perera einen Nationalspieler in seinen Reihen zu haben. Für Perera war sein Siegtreffer ein "unglaublicher Moment", den er so schnell nicht vergessen werde, wie er in einem Interview mit dem sri-lankischen Fernsehen nach dem Spiel schilderte.

Stimmungslage gedreht

Fünf Tage später hat sich Leons Stimmungslage allerdings gedreht. Mit 1:2 hat er mit der Golden Army, wie die Nationalmannschaft Sri Lankas genannt wird, das Rückspiel in Turkmenistan verloren. Die erhoffte Teilnahme am Asien Cup ist in weite Ferne gerückt. "Es besteht nur noch eine geringe Chance", erklärt Perera nach seiner Rückkehr im Gespräch mit dem kicker. In den verbleibenden Spielen gegen Thailand und Taiwan müssen hohe Siege her. Aber "die Hoffnung stirbt zuletzt", spricht er sich Mut zu.

Auch wenn die Enttäuschung noch spürbar ist - so überwiegen doch die Bilder, die er von der Länderspielreise mitgebracht hat. Sein Siegtreffer, der Jubel in Colombo, das Spiel in Zentralasien am Kaspischen Meer. "Das war unglaublich. Ich realisiere das erst jetzt. Es sind so viele Eindrücke, die man sammelt in wenigen Tagen. Wann kommt man schon mal nach Turkmenistan und spielt dann vor 10.000 Zuschauern? Das war schon einzigartig alles."

In Lüneburg hatten seine Mannschaftskollegen und Coach Gibbah auch das Rückspiel verfolgt. Erneut während der Arbeitszeit am frühen Nachmittag. Auch diesmal schickte der Trainer eine Whatsapp-Nachricht: "Ich habe ihm getröstet, eine gute Heimreise gewünscht und gesagt, dass wir uns alle auf ihn freuen", erzählt Gibbah, der seinen Nationalspieler gegen den SV Meppen II wieder zur Verfügung hat. Bis auf leichte Blessuren kam sein Schützling gesund zurück. "Ich gehe noch zum Physiotherapeuten, denke aber, bis Sonntag fit zu sein", meint der 28-Jährige.

Sieg in Wetschen

Wenn er jetzt wieder bei seinem Klub eintrifft, stößt er auf bestens gelaunte Mitspieler. Die haben nämlich ohne ihn beim TSV Wetschen mit 2:0 gewonnen. "Überragend, ein ganz wichtiger Sieg", findet Perera, der das Spiel in Colombo am Liveticker verfolgt hatte. Nach dem Erfolg im Aufsteigerduell gab es einen Mannschaftsabend, der recht spaßig verlief. "Wir waren in der Stadt unterwegs. Lüneburg hat eine der größten Kneipendichte Europas, so hieß es zumindest früher immer", schmunzelt Gibbah, ein gebürtiger Lüneburger. Während des Zugs durch die Gemeinde gab es zudem etwas nachzuholen. Der Trainer, erst im Sommer gekommen, musste wie alle Neuzugänge ein Lied singen.

Zehn Tage zuvor war die kollektive Heiterkeit noch undenkbar. Da verlor der Lüneburger SK Hansa 0:5 in Bersenbrück. Eine Stunde hatte der LSK gut mitgehalten, um dann innerhalb 15 Minuten fünf Tore zu kassieren. Der Gemütszustand war am Boden. Die Niederlage musste aufgearbeitet werden. Eine Aussprache folgte. "Ich habe alle zu Wort kommen lassen. Ich habe unangenehme Fragen gestellt und auch, woran es liegen kann? Wir haben aber gesagt, dass wir uns als Mannschaft und Trainerteam auf dem richtig Weg befinden. Und dass die Klatschen zur Entwicklung dazugehören", beschreibt Gibbah den Verlauf der Debatte.

Schon im ersten Saisonspiel hatte es in Heeslingen ein 1:5 gegeben. Auch danach setzten sich Trainer und Team zusammen. Die Quintessenz: Das System wurde umgestellt. Statt nur mit einem spielt Lüneburg seither mit zwei Sechsern. "Das Zentrum muss dicht sein, sonst wirst du in der Oberliga hergespielt", hatte Gibbah analysiert.

Konkurrenzfähig

Trotz des erneuten Dämpfers in Bersenbrück lässt sich nach neun Spielen konstatieren, dass der Lüneburger SK konkurrenzfähig ist. Drei Siege, drei Remis sowie drei Niederlagen belegen den Durchschnitt. Nimmt man den überraschenden 2:0-Sieg in Hildesheim im Länderpokal hinzu, verläuft die Saison bisher sogar positiv. "In der Oberliga kann jeder jeden schlagen, und wir sind angekommen", zieht Perera sein Fazit.

Das Ziel des Aufsteigers bleibt indes, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Die derzeitige gute Laune soll auch nach dem Spiel gegen Meppen anhalten. "Wir freuen uns nach drei Auswärtsspielen auf ein Heimspiel und wollen nachlegen", betont Gibbah, im Beruf Polizeisprecher in der Inspektion im Heide-Kreis. Und Leon Perera hofft nach seinem Tor für Sri Lanke gegen Turkmenistan endlich auch für Lüneburg zu netzen. Aus seiner Sicht gerne wieder einen 1:0-Siegtreffer.