Keinen Sieg und nur einen Punkt hat die WSG Tirol in vier Duellen gegen den TSV Hartberg in der letzten Saison eingefahren. Samstag aber war alles anders, da hatte Kapitän Valentino Müller seinen großen Auftritt.
Erst bediente Müller Austria-Leihgabe Moritz Wels mustergültig (zum 1:1-Ausgleich), dann verwertete er einen Elfer mit rechts (zur 2:1-Führung) und schließlich hängte er zehn Minuten vor Schluss mit links auch noch einen Volley zum 4:2-Endstand rein. Es war im 154. Bundesliga-Spiel (3x Play-off miteingerechnet) sein erster Doppelpack!
"Ich weiß nicht, wann das das nächste Mal wieder passiert. Ich glaube, so kann man schon in die Saison starten", lachte Müller auf Sky und gab unumwunden zu, "es war unfassbar, so ehrlich muss ich sein."
Zum Kunstschuss, der durch mehrere Spieler hindurch den Weg ins Kreuzeck fand, meinte Müller bescheiden: "Wirklich scharf war er nicht, aber zum Glück sehr, sehr platziert." Zum gesamten Auftritt sagte er: "Da kommen dir natürlich schon die Glücksgefühle hoch."
„Er ist eher ein Silent Leader, der über Leistung kommt. Jetzt gilt es auch seine Persönlichkeit einen Step höher zu setzen.“ (WSG-Trainer Semlic über Müller)
Etwas weniger euphorisch war naturgemäß WSG-Trainer Philipp Semlic nach dem ersten Sieg im fünften Anlauf gegen seinen Ex-Klub. Die zwei Gegentore aus nur drei Hartberger Chancen müsse man "schon noch aufarbeiten". Die Tiroler Überlegenheit in Zahlen belegen die Spieldaten wie 14:3-Torschüsse, 58:42 Prozent gewonnene Zweikämpfe oder auch die gespielten 430:340 Pässe.
Über den Doppelpack seines Kapitäns meinte Semlic: "Wenn du als Sechser zwei Tore schießt - es war natürlich ein Elfmeter auch dabei, aber der muss auch einmal rein - spricht das für ihn."
Allerdings müsse man Müller noch gemeinsam weiter entwickeln: "Er ist eher ein Silent Leader, der über Leistung kommt. Jetzt gilt es auch seine Persönlichkeit einen Step höher zu setzen."