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Simic: "Europa versteht nicht, wie sehr sich der saudische Fußball entwickelt hat"

kicker

Einst machte der in Nürtingen geborene Jan-Carlo Simic in Stuttgart, zuerst bei den Kickers und später dann beim VfB, seine ersten Schritte im Fußball. Im Sommer 2022 wechselte er schließlich zur AC Mailand, wo er sich nicht wirklich durchsetzte und nach zwei Jahren und vier Spielen schließlich die Flucht nach Belgien zum RSC Anderlecht antrat.

In Belgien schaffte Simic schließlich den Durchbruch, etablierte sich als Stammkraft (38 Spiele, 3 Tore) und reifte sogar zum serbischen Nationalspieler (5 Länderspiele). Anfang September sorgte der junge Abwehrmann dann für ein Raunen, als er durchaus überraschend nach Saudi-Arabien zu Al-Ittihad wechselte (Leihe für sechs Millionen, anschließend Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro).

Simic und die Gretchenfrage

Stellt sich die Gretchenfrage, ob das so eine kluge Entscheidung für seine weitere Karriereentwicklung war? Simic ist sich sicher, dass das der Fall ist. "Ich bin umgeben von Spielern, die die Weltmeisterschaft, die Champions League und sogar den Ballon d'Or gewonnen haben", sagte er in einem Interview mit dem belgischen Portal Le Derniere Heure und verweist dabei auf seine Mitspieler wie Karim Benzema, N'golo Kanté, Danilo Pereira, Fabinho, Moussa Diaby oder Steven Bergwijn.

"Wir haben ein All-Star-Team", so Simic, der auch damit hadert, dass der saudische Fußball auf dem alten Kontinent nicht die Wertschätzung erhält, die er seiner Meinung nach verdient hat. "In Europa verstehen wir nicht, wie sehr sich der Fußball in Saudi-Arabien weiterentwickelt hat. Er ist vielen europäischen Ligen überlegen, auf jeden Fall der belgischen." Auch deshalb sei sein Wechsel für ihn persönlich "ein riesiger Schritt nach vorne. Al Ittihad ist die beste Mannschaft des Landes, vielleicht sogar des Kontinents - und wir könnten problemlos in jeder der fünf größten europäischen Ligen mitspielen."

Der Abwehrspieler betont auch, dass sich die Transferpolitik geändert habe. So würden die Saudis nicht mehr allein auf etablierte Stars setzen, es werden auch "junge Spieler rekrutiert, die gefördert und auf ein höheres Niveau gebracht werden sollen". So wie es eben bei ihm der Fall war. "Hier hat einfach alles gepasst. Und ich bereue es nicht im Geringsten", sagte er zu seinem Wechsel und sieht auch seine Nationalmannschaftsambitionen nicht gefährdet.

Lernen von den ganz Großen

"Ich bin hier mit 15 Nationalspielern. Daher denke ich, dass dies nur einen positiven Einfluss auf mich haben kann." Simic hofft darauf, von seinen berühmten Mitspielern etwas zu lernen. So freue er sich auf Benzema, der "einer der besten Stürmer in der Geschichte des Fußballs ist. Das ist einfach verrückt, ich finde keine Worte, um zu beschreiben, wie glücklich ich bin. Meine Mitspieler sind Menschen, die buchstäblich den Fußball verändert haben. Alle hier inspirieren mich."

Aber ganz besonders offenbar Danilo Pereira, der einen "beeindruckenden Lebenslauf hat. Ich werde viel von ihm lernen." Das kommt nicht überraschend, ist doch der 34-jährige Portugiese ebenfalls Abwehrspieler. Das trifft auch auf Al-Ittihads Trainer Laurent Blanc zu. Der Franzose zählte als Spieler zu seiner Zeit zur Creme de la Creme des Weltfußballs und zu den weltweit besten Verteidigern.

Und Blanc möchte etwas von seinem Erfahrungsschatz weitergeben, wie Simic verrät. "Als ich angekommen bin, hat er mir gesagt: 'Ich war Verteidiger, also werde ich dich im Auge behalten. Wir machen dich zu einem besseren Fußballer.'" Simic machte auch deutlich, dass er sich vorstellen könne, seine Karriere im Wüstenstaat zu verbringen - das jedoch unter einer Bedingung.

"Ich bin ganz ehrlich: Ich bin hier, um zu bleiben. Ich habe mir gesagt, dass ich hier Karriere machen könnte. Ich bin nicht darauf fixiert, nach Europa zurückzukehren, wenn sich die Qualität des Fußballs hier weiter verbessert."