Nicht alles, was Prime-Video-Experte Matthias Sammer in den vergangenen Wochen gesagt hat, dürfte Bundestrainer Julian Nagelsmann gefallen haben. In der Causa Leroy Sané geht der frühere Profi und Funktionär nun erneut auf Gegenkurs zu Nagelsmann - ohne ihn namentlich zu erwähnen.
Sammer: "Ein starker Leroy ist ein starker Faktor in der Nationalmannschaft"
Bei einer Presserunde des Streamingdienstes sagte er am Freitag zur jüngsten Nicht-Nominierung Sanés fürs DFB-Team: "Ich war überrascht, wie despektierlich über den türkischen Fußball geredet wird. Der Wechsel zu Galatasaray war seine persönliche Entscheidung, für die er gute Gründe gehabt haben wird. Wir sollten ihm die Daumen drücken, dass er dort in seine beste Form kommt. Denn mit den Fähigkeiten, die er hat, ist ein starker Leroy auch ein starker Faktor in der Nationalmannschaft."
Das Argument, dass Sané nun nicht mehr in einer Top-Liga spiele, lässt Sammer nicht gelten. "Sonst dürfte Cristiano Ronaldo ja auch nicht mehr für Portugal spielen", sagte der 58-Jährige über den Weltstar, der inzwischen für Al-Nassr in Saudi-Arabien spielt. "Für die Nationalmannschaft sind individuelle Leistungen vonnöten. Leroy muss sich in der Türkei adaptieren. Aber nehmen wir mal an, er würde dort super spielen - nähmen wir ihn dann nicht mehr dazu?"
Nagelsmann: "Er muss einige Tore schießen und Vorlagen geben"
Der im Sommer ablösefrei vom FC Bayern zu Galatasaray gewechselte Sané hatte zuletzt im DFB-Aufgebot gefehlt. Nagelsmann hatte damals argumentiert, der 29-Jährige müsse in einer Liga, "die einen Tick schlechter ist als die Bundesliga", noch mehr auffallen. "Er muss sich beweisen und einige Tore schießen und Vorlagen geben", forderte der Bundestrainer.
Bislang stand Sané für Galatasaray in vier Süper-Lig-Partien auf dem Platz. Dabei erzielte er einen Treffer und bereitete ein weiteres Tor vor.