Johannes Spors bei KMD
Johannes Spors ist in der Fußballwelt viel herumgekommen. In Deutschland arbeitete er für die TSG Hoffenheim, RB Leipzig und den HSV, im Ausland war er unter anderem für Vereine in Italien, Belgien, Australien, Frankreich und den Niederlanden zuständig. Als "Global Sports Director" der Sportinvestmentfirma 777 Partners leitete er zeitweise sechs Vereine gleichzeitig.
Im Februar dieses Jahres wechselte er die Vereine - und die Firma: "Sport Republic" heißt sein neuer Arbeitgeber. Zum Portfolio gehören unter anderem der Premier-League-Absteiger FC Southampton und der französische Drittligist Valenciennes FC. Würde es im globalen Fußballgeschäft die vom DFB und der DFL angewandte 50+1-Regelung geben, wären solche Multi-Club-Ownerships nicht möglich. Dennoch lehnt Spors sie nicht grundsätzlich ab.
"Wichtig ist, dass es verschiedene Modelle gibt", sagt der 42-Jährige im Gespräch mit den KMD-Hosts Mario Krischel und Matthias Dersch. Das Investorenmodell würde, so Spors, genauso dazugehören wie in Deutschland die eher "traditionelle" Herangehensweise. Ohnehin sei die Meinung zu Investoren von Land zu Land unterschiedlich. "Ich bin sehr viel in verschiedenen Ländern unterwegs gewesen, da ist die Diskussion ganz anders: Die Investoren werden gebasht, wenn sie nicht genug Geld geben", erklärt er.
50+1 "definiert die deutsche Fußballkultur"
Auch in gesellschaftlicher Hinsicht ist Spors ein Anhänger der einzigartigen Regelung: "Es ist eine demokratische Form, sich auszudrücken - davon bin ich im Grunde ein großer Fan." Die Regelung gehöre nicht nur zum deutschen Fußball, sondern "definiert die deutsche Fußballkultur", so Spors - fügt allerdings an: "Ich glaube aber, es ist auch wichtig zu verstehen, dass es in anderen Fußballkulturen anders gesehen wird."
Über die Vorzüge eines Multi-Club-Ownerships, darüber, wie Transfers eigentlich abgewickelt werden - und vieles mehr - spricht Johannes Spors in der neuen Folge "kicker meets DAZN". Der Podcast ist über die Website und die Apps des kicker, die Portale der DAZN Group sowie über alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar, darunter Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podimo.