Trotz zweimaligem Rückstand gab Velbert nie auf und erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich durch Neuzugang Arlind Mimini, der von Eintracht Hohkeppel kam. Trainer Ismail Jaroui lobte vordergründig die Moral seines Teams: "Nach zwei Rückständen haben wir den Glauben an uns nicht verloren. Das spricht für den Charakter der Mannschaft." Er hob zudem hervor, dass die Velberter defensiv stabil standen und situativ den Ball geschickt laufen ließen.
Ein besonderer Lichtblick war der Auftritt von Leon Jonah Lepper. Der 22-Jährige, der im Sommer aus der Oberliga vom FC Büderich zur SSVg wechselte, traf nach 35 Minuten zum 1:1. "Leon bringt nicht nur Tempo mit, sondern auch die Fähigkeit, torgefährlich zu sein und präzise Flanken zu schlagen", beschreibt Jaroui seine Qualitäten. Lepper sieht seinen Treffer als Ergebnis einer schnellen Entscheidung: "Ich wollte eigentlich in den Rückraum gehen. Aber weil Robin Hilger denselben Laufweg gemacht hat, bin ich auf den zweiten Pfosten ausgewichen." Dort stand er goldrichtig.
Mit 19 noch Kreisliga A
Leppers Entwicklung ist außergewöhnlich: Noch mit 19 Jahren spielte er in der Kreisliga A bei Tusa 06 Düsseldorf. 2021 wechselte er zum FC Büderich und schaffte den Sprung über die Landesliga in die Oberliga Niederrhein, wo er in der vergangenen Saison mit neun Toren und zehn Vorlagen glänzte. "In erster Linie habe ich an meiner Physis gearbeitet, denn reine Schnelligkeit reicht heute nicht mehr aus", erklärt der Linksaußen. Gleichwohl weiß er, woran es noch zu arbeiten gilt: "Ich muss vor allem im taktischen Bereich dazulernen." Sein großes Ziel? "Irgendwann will ich bei FIFA dabei sein - am liebsten mit eigener Karte. Und mich dann natürlich selbst spielen", sagt Lepper mit einem Lächeln.
Die Chancen auf einen Sprung in ein Nachwuchsleistungszentrum waren da - wurden aber nie konkret realisiert. Er erinnert sich an ein Probetraining bei Fortuna Düsseldorf, bei dem er wegen seiner Körpergröße abgelehnt wurde. Auch ein Scout von Borussia Mönchengladbach war einst bei einer Schulmeisterschaft auf ihn aufmerksam geworden - ohne Folgen.
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Seine Entscheidung für die SSVg Velbert fiel nicht zuletzt wegen der "tollen Infrastruktur" rund um das moderne Stadion - vor allem aber wegen der Nähe zu Wuppertal, wo der gebürtige Düsseldorfer derzeit lebt und studiert. Keine Frage, dass das Derby gegen den Wuppertaler SV für ihn eine besondere Partie ist. Noch wird er in der Stadt nicht erkannt: "Ich lebe hier noch ein wenig undercover", sagt er schmunzelnd. Das könnte sich bald ändern. Einen Spieler des kommenden Gegners kennt er jedenfalls bestens: "Daiki Kamo hat mit dem SC St. Tönis gegen uns immer starke Partien abgeliefert."
Jaroui wuchs in Wuppertal auf
Auch für Jaroui, selbst gebürtiger Wuppertaler, hat die Partie einen persönlichen Wert: "Ich bin in Wuppertal aufgewachsen, lebe dort und fühle mich der Stadt sehr verbunden. Als Kind ist man mit dem WSV groß geworden - das ist natürlich schon etwas Besonderes."
Für das Spiel am Freitag in der IMS-Arena (19.30 Uhr) hofft Velbert auf eine große und stimmungsvolle Kulisse. Personell muss die SSVg voraussichtlich auf Marcel Lenz und Timo Mehlich verzichten. Letzterer fällt wegen Adduktorenbeschwerden aus.