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St. Paulis Schienenspieler vom Abstellgleis

kicker

Aus St. Paulis Trainingslager in Flachau (Österreich) berichtet Sebastian Wolff

Eine gewisse Parallele zur Vorsaison ist unverkennbar. Manolis Saliakas, St. Paulis Platzhirsch auf der rechten defensiven Außenbahn, hatte da wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung weite Teile der Vorbereitung verpasst, in diesem Sommer nun fehlte der Grieche zunächst wegen Schambein-Problemen. In Flachau aber machte er seit dem Wochenanfang wichtige Schritte zurück, ist wieder Bestandteil des Mannschaftstrainings. Eine weitere Doublette: Wie vor einem Jahr verpflichtete Sportchef Andreas Bornemann mit Pyrka einen Back-up. Und an dieser Stelle soll die Wiederholung der Geschichte nach Möglichkeit enden.

"Es war eine schwierige Zeit für mich"

Der Waliser Fin Stevens war 2024 vom FC Brentford verpflichtet worden, um eine Alternative zu Saliakas darzustellen, letztlich aber kam der 22-Jährige nur zu einem Teileinsatz. Fehlte der Leistungsträger auf der rechten Seite mal, zog Trainer Alexander Blessin zumeist den Seitenwechsel von Philipp Treu als Variante vor und ersetzte diesen links durch Lars Ritzka. Pyrka, ebenfalls 22 Jahre jung, soll schneller Fuß fassen, und sein Treffer zum zwischenzeitlichen 4:1 am vergangenen Sonntag gegen den KSC war ein erster Achtungserfolg. Ganz zufrieden indes ist er mit seinen ersten vier Testspielen noch nicht. Auf der St. Pauli-Homepage hat sich der Pole betont selbstkritisch geäußert: "Wir haben viel analysiert. Es gibt Dinge, die ich verbessern will und muss. Es geht da um meine Positionierung, mit und gegen den Ball."

Ein Fortschritt bedeutet die laufende Vorbereitung in jedem Fall jetzt schon für ihn. Der Grund: Er darf wieder spielen. Nachdem Pyrka vor einem halben Jahr entschieden hatte, seinen auslaufenden Vertrag bei Piast Gliwice nicht zu verlängern, wurde er von den Verantwortlichen aussortiert. "Als Fußballer willst du immer spielen, und ich habe bis dahin immer gespielt." 155 Pflichtspiele hat Pyrka trotz seines jungen Alters für den polnischen Erstligisten bestritten, dann war von heute auf morgen Schluss. "Ich habe auf einmal nicht mehr gespielt. Ich habe auch nicht mehr immer mit der Mannschaft trainiert, sondern manchmal allein."

Quälende Wochen und Monate für den Youngster, dem lediglich Einsätze in der polnischen U-21-Nationalmannschaft als Praxistests blieben. "Es war eine schwierige Situation für mich." Umso wichtiger war das Vertrauen von Verbandstrainer Adam Majewski. "Wir waren immer in Kontakt, ich habe mich gefreut, dass er mich nominiert hat." Pyrka war im März im Länderspieleinsatz, ebenso bei der U-21-EM in der Slowakei im Juni.

Einen verlängerten Urlaub hat der dynamische Schienenspieler dennoch nicht in Anspruch genommen, sondern mit Beginn des Trainingsauftakts seinen Dienst auf St. Pauli angetreten. Unfreiwillig zugeschaut und pausiert hat er in der ersten Hälfte dieses Kalenderjahres genug. "Ich will jeden Tag hart trainieren, mich weiterentwickeln." Und spielen. Möglichst deutlich mehr als der vor einem Jahr als Saliakas-Backup verpflichtete Stevens.