Viel besser hätte der Start von Anouar Ddaous Amtszeit bei Wormatia Worms nicht laufen können: Seit der 0:3-Auftaktniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern II reiht der Traditionsverein in Liga und Pokal Sieg an Sieg - den sechsten Erfolg in Serie feierte er am Samstag beim Heimspiel gegen den SV Auersmacher (3:0). Für den Tabellenvierten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar trafen Kaan Özkaya, Bobby Edet sowie Marc Nauth.
Kein Wunder, dass sich Ddaou, der im Sommer als Wormatia-Coach auf Marco Reifenscheidt gefolgt war, "sehr zufrieden" mit den ersten Wochen zeigt. "Ich fühle mich hier sehr wohl und bin sehr gut aufgenommen worden. Man merkt, dass viele Menschen mit dem Klub mitfiebern. Die Anhängerschaft ist riesig. Es ist ein großer Verein", so der 45-Jährige mit Blick auf Stadion, Infrastruktur und Fans des Oberligisten.
Vrella und Fladung gehen voran
Dieser nahm nicht nur auf der Trainerbank einen Wechsel vor, sondern verpasste auch der Mannschaft ein neues Gesicht. Unter den 17 Neuzugängen sind mit Altin Vrella (VfR Mannheim) sowie Tom Fladung (VfR Heilbronn) zwei Akteure, die sogleich Kapitän und Stellvertreter wurden. Gemeinsam mit Laurenz Graf und Mert Özkaya, die vergangene Saison schon das Wormatia-Trikot trugen, bilden sie die Führungs-Achse. "Sie geben der Mannschaft Stärke und eine Richtung", lobt Ddaou.
Schon während seiner Zeit beim SV Gonsenheim trainierte er Vrella. Als der Defensivakteur 2021 nach seinem Engagement bei den Sportfreunden Eisbachtal vereinslos war, hielt er sich einige Wochen beim Klub aus dem Mainzer Stadtteil fit. Überdies spielte er ein Jahr in der SVG-Jugend. "Anouar ist sehr professionell. Bei ihm wird Vollgas gegeben im Training. Es hat mir extrem gutgetan", erinnert sich Vrella, den es anschließend zu Union Fürstenwalde zog.
Die Gründe für den Wormser Lauf beschreibt der 1,90 Meter große Innenverteidiger wie folgt: "Auf dem Platz kämpft jeder für jeden. Wir nehmen jede Situation so an, wie sie kommt. Außerdem haben wir die Mentalität und den Anspruch an uns selbst, jedes Spiel gewinnen zu wollen."
Ddaou verfolgt das Ziel, "als Mannschaft zusammenzufinden und in dieser Konstellation weiter Punkte zu sammeln". Dies sei bisher sehr gut gelungen. "Wir sind in der Lage, eine gute bis sehr gute Saison zu spielen. Wir müssen abwarten, was das heißt", so der langjährige Gonsenheimer Trainer, der seinen ehemaligen Verein 2023/24 zur Oberliga-Vizemeisterschaft geführt hatte. Seinerzeit scheiterte der SVG erst in der Aufstiegsrunde am Sprung in die Regionalliga. Zu Recht weist er auf den "kompletten Umbruch" bei der Wormatia hin - dieser brauche seine Zeit.
Druck auf Koblenz erhöhen
Spannung verspricht nun das Nachholspiel gegen FK Pirmasens: Schon am Mittwoch (19:30 Uhr) hat Worms die Chance, sich mit einem Sieg auf den zweiten Platz hinter dem noch ungeschlagenen Tabellenführer TuS Koblenz vorzuschieben. Dazu muss er aber eines der "Schwergewichte der Liga" schlagen, wie es Ddaou formuliert. Die unlängst erlittene Niederlage gegen Aufsteiger FC Cosmos Koblenz (1:2) hat nichts an seiner hohen Meinung geändert: "Ich zähle Pirmasens zu den absoluten Topfavoriten auf die Meisterschaft."
Eindruck hat nicht nur bei ihm der Auftritt des kommenden Gegners im DFB-Pokal gemacht. Dieser hätte dort vor wenigen Wochen beinahe den Hamburger SV bezwungen: "Gegen einen Bundesligisten so lang im Spiel zu bleiben, ihn fast aus dem Pokal zu kegeln - das ist außergewöhnlich und zeigt, wozu diese Mannschaft in der Lage ist."