Spät aber doch hat der SK Rapid im Cup-Kracher bei Wacker Innsbruck den Kopf aus der Schlinge gezogen. Im ausverkauften Tivoli tat sich der Bundesligist lange schwer. Auch weil der Neo-Drittligist einen sehr guten Auftritt hinlegte und es Rapid lange schwer machen konnte.
Und dafür gab es auch vonseiten der Hütteldorfer viel Lob. "Dass die kicken können und eine Idee haben, ist klar. Die sind auf einem guten Weg. Wenn man die Begeisterung sieht, dann weiß man, die gehören weiter nach oben", sagte Rapid-Trainer Peter Stöger nach der Partie beim ORF. Auch Kapitän Matthias Seidl schlug in eine ähnliche Kerbe: "Wir wussten, dass das keine einfach Partie wird. Volles Haus und eine Mannschaft, die alles reinhaut."
Erst in Minute 78 erlöste Defensivmann Bendeguz Bolla die Gäste mit einem Freistoßhammer. Der Ungar zimmerte den Ball unhaltbar ins lange Eck. "Er ist ein talentierter Spieler, der im offensiven Bereich Qualität hat und auch im Abschluss", so Stöger über den Torschützen.
Wacker-Ausgleich aberkannt - Rapid auf "glücklicheren Seite"
Für Diskussionen sorgte ein aberkannter Wacker-Ausgleich in Minute 89. Nach einer Flanke von Luis Gstrein köpfte Okan Yilmaz den Ball in den Rapid-Kasten. Doch Schiedsrichter Stefan Macanovic sah ein Foulspiel der Gastgeber und kassierte den Treffer ein. Wacker verstand die Welt nicht mehr, das Tivoli tobte. Stöger, der sich bei der Beurteilung der TV-Bilder schwertat, meinte zu dieser Szene: "Die Jungs bei uns auf der Bank haben schon ein Stoßen gesehen. Wir waren auf der glücklicheren Seite."
Den Innsbruckern war nach Spielende die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. 90 Minuten stellte die Elf von Trainer Sebastian Siller unter Beweis, dass man mit dem Bundesligisten mithalten kann. "Wir haben einen heroischen Kampf geboten und sind leider nicht belohnt worden", so der Wacker-Trainer.
Bolla: "Klar, dass wir uns steigern müssen"
Wie schon beim Conference-League-Quali-Hinspiel am Donnerstag bei Decic Tuzi waren Rapids Probleme auch in Innsbruck deutlich zu sehen. Stöger dazu: "Da brauch ich nicht lange herumreden. Wir wissen, was wir in der Offensive verloren haben und dass wir diese Spieler ersetzen müssen." Jungen Spieler, die neu beim Klub sind, wird bereits früh Verantwortung aufgebürdet. "Dass da nicht alles gleich so flutscht, ist für mich keine Überraschung", so der Rapid-Coach.
Auch Torschütze Bolla sieht im defensiven wie auch im offensiven Bereich viel Luft nach oben. "Das wichtigste ist, dass wir eine Runde weiter sind. Aber es ist klar, dass wir uns steigern müssen." Viel Zeit bleibt jedoch nicht für Rapid. Schon am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) steigt in Hütteldorf das Rückspiel gegen Decic Tuzi, am Sonntag (17 Uhr, ebenfalls LIVE! bei kicker) geht es für die Stöger-Elf beim Bundesliga-Auftakt gegen Blau-Weiß Linz.