Italien hat einen neuen Nationaltrainer. Nach der blamablen 0:3-Pleite beim WM-Quali-Spiel in Norwegen war dem bisherigen Coach der Azzurri - Luciano Spalletti - seine von ihm in der Öffentlichkeit selbst verkündete Entlassung mitgeteilt worden. Auch wenn der 66-Jährige beim anschließenden 2:0-Pflichtsieg gegen die Republik Moldau noch einmal auf der italienischen Bank Platz nahm.
Ab September ist nun ein neuer Mann am Ruder: Gennaro Gattuso.
Der Weltmeister von 2006 versuchte sich in den vergangenen Jahren mehrmals erfolglos als Vereinstrainer. Erst vor wenigen Wochen war sein Vertrag beim kroatischen Traditionsklub Hajduk Split nach nur einem Jahr wieder aufgelöst worden. Grund dafür waren Unstimmigkeiten mit dem Präsidium. Hajduk hatte zuvor aber - wie schon im Vorjahr - mit einer Schwächephase von sechs sieglosen Spielen seine Chancen auf die erste Meisterschaft seit 20 Jahren aus den Händen gegeben.
Einziger Titel mit Neapel - Ziel WM 2026
Auf Gattusos vorherigen Stationen war für den langjährigen Mittelfeldabräumer der AC Mailand als Trainer von Olympique Marseille und dem FC Valencia jeweils nach rund einem halben Jahr wieder Schluss. Als bislang einziger Titel steht der Pokalsieg 2020 mit der SSC Neapel in der Vita des 47-Jährigen.
Einen Titel erwarten sie bei der Squadra Azzurra aber zunächst nicht vom 73-maligen Nationalspieler. Zunächst soll Gattuso die Italiener erst einmal zur WM 2026 führen - die letzten beiden Kontinentalturniere 2018 und 2022 verpasste man schließlich. In der WM-Qualifikationsgruppe I steht Italien, das bislang noch zwei Spiele weniger absolviert hat, bereits unter Druck. Der noch ungeschlagene Tabellenführer Norwegen, der die Azzurri erst kürzlich 3:0 geschlagen hat, hat bereits neun Zähler Vorsprung.
"Gattuso ist ein Symbol des italienischen Fußballs", wird der Präsident des Italienischen Fußballverbands, Gabriele Gravina, offiziell zitiert. "Seine Motivation, seine Professionalität und seine Erfahrung werden entscheidend sein, um die nächsten Aufgaben der Nationalmannschaft bestmöglich zu meistern. Das Blau ist für ihn wie eine zweite Haut."
Gattuso übernimmt anstelle Ranieris
Als Nationaltrainer war Gattuso dabei aber auch nicht die erste Wahl von Verbandspräsident Gravina.
Der favorisierte Claudio Ranieri sagte aber ab. Der 73-Jährige will sich auf seinen Beraterposten bei der AS Rom konzentrieren. Parallel war Stefano Pioli gehandelt worden. Der Ex-Milan-Coach, momentan noch bei Cristiano Ronaldos Al-Nassr in Saudi-Arabien, steht aber wohl vor einem Engagement bei Ex-Klub Florenz. Neben Gattuso gehörten wohl auch seine Weltmeisterkollegen von 2006, Fabio Cannavaro und Daniele de Rossi, zum Kreis der Kandidaten auf die Nachfolge. Das Rennen machte aber ihr früherer Mitspieler.