Auch wenn es am Ende eine klare 0:3-Niederlage setzte, so ganz unzufrieden waren die Gladbacher gerade mit Blick auf den Beginn des Spiels nicht. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen", sagte Haris Tabakovic nach Abpfiff bei DAZN und meinte, dass er den Eindruck hatte, "dass Stuttgart am Anfang ein bisschen verunsichert war". Als dann in der elften Minute Schiedsrichter Sören Storks in Richtung Elfmeterpunkt zeigte, schien alles nach Plan zu verlaufen.
Doch dann kam es anders. Tabakovic vergab den Elfmeter und Stuttgart machte sich anschließend auf den Weg zum Auswärtsdreier - oder wie Deniz Undav meinte: "Nach dem verschossenen Elfmeter war es gefühlt schon fast klar, dass wir gewinnen werden."
Tabakovic haderte mit sich und der Welt. "Der Elfer war ein Key-Point", so der Bosnier, der sich sehr ärgerte. "Ich habe Verantwortung übernommen und kläglich verschossen - das ist so. Danach ist Stuttgart aufgewacht." Trainer Eugen Polanski wusste auch um die Bedeutung dieser Schlüsselszene. "Wenn wir das 1:0 machen, dann reden wir über ein anderes Spiel. Aber Fakt ist, dass wir es nicht machen", stellte der 39-Jährige klar und nahm seinen Schützen zugleich in Schutz.
"Mit Sicherheit kann man den besser schießen", sagte Polanski und betonet, dass er nicht "glaubt, dass Haris das extra macht. Wenn er reingeht, ist er der Held, jetzt ist er der Depp." Tabakovic habe jedoch schon "viele Tore für uns geschossen und war sehr häufig der Held. Heute ist er derjenige, der das Spiel vielleicht in eine andere Richtung gelenkt hat."
Reitz ärgern zu große Lücken
Konnten die Gladbacher das Spiel in Hälfte eins noch mitgestalten, so war nach der Pause von ihnen aber nichts mehr zu sehen. "Die zweite Halbzeit war einfach offensiv zu wenig, da haben wir es denen zu einfach gemacht", wusste auch Tabakovic und war da einer Meinung mit Rocco Reitz, der sich aber auch über "zu große Räume vor der Kette" beklagte. "Wir waren viel zu unsauber mit dem Ball, wenn wir nach vorne gespielt haben. Wir haben uns alle viel zu sehr versteckt, gerade die ohne Ball. Das war taktisch zu wenig, und dann passiert sowas."
Polanski wiederum wollte kein Problem in den Sechserräumen erkannt haben, sehr wohl aber, dass seine Spieler teils zu passiv waren. Wie etwa in der 74. Minute, als Philipp Sanders Not-Pass beim Gegner landete, was letztendlich zum 3:0 von Undav führte. "Ich hätte mir viel mehr aktive Hilfe für den Spieler, der am Ball ist, gewünscht", meinte Polanski dazu und vermisste in dieser Szene "Spieler, die den Ball haben wollen. Wir sind zu passiv." So sei Sander "die ärmste Sau in dem Moment" gewesen.