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Klarer Sieg im ersten Wahlgang: Stobbe ist neuer Präsident des 1. FC Köln

kicker

Um 19.05 Uhr durfte Jörn Stobbe jubeln. Der 59-Jährige fiel seinen Mitstreitern Jörg Alvermann und Ulf Sobek in die Arme. Mit 64,97 Prozent (3685 Stimmen) hatte das Trio die Wahl zum neuen Vorstand des 1. FC Köln gewonnen. Die konkurrierenden Teams von Wilke Stroman (25,18 Prozent, 1428 Stimmen) und Georg Adenauer (9,86 Prozent, 559 Stimmen) unterlagen klar. Weil Stobbes Team im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, war keine Stichwahl nötig.

"Ich danke euch für das Vertrauen", sagte Stobbe unmittelbar nach der Wahl. Er kündigte an: "Wir fangen sofort mit Zusammenhalt an, danke an Werner Wolf für das Angebot eines Gesprächs. Das nehmen wir sehr gerne an."

Harte Kritik aus dem Mitgliederrat

Seit 11 Uhr lief im Rhein-Energie-Stadion die jährliche Mitgliederversammlung des 1. FC Köln. Nachdem Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff bereits solide Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt hatte, übte Mitgliederrats-Chef Fabian Schwab in seiner Rede heftige Kritik am scheidenden Vorstand um Wolf, Carsten Wettich und Echkard Sauren. Die Nicht-Entlastung durch die Mitglieder auf der Versammlung im vergangenen Jahr habe zu "Enttäuschung und Befindlichkeiten" beim alten Vorstand geführt, die Kritik an der Nicht-Entlastung sei dagegen "vermessen", sagte der Vorsitzende des höchsten Aufsichtsgremiums.

Ganz grundsätzlich stellte Schwab dem ausgeschiedenen Vorstand ein vernichtendes Zeugnis für die vergangenen drei Jahre aus. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand sei "schwierig, schleppend und wenig konstruktiv" gewesen, Berichtstermine an den Mitgliederrat seien einseitig verschoben worden und die Social-Media-Kampagne mit dem Aufruf zur Teilnahme an der Mitgliederversammlung sei "moralisch verwerflich" gewesen.

Schwab kritisierte auch die Vertragsverlängerung im Herbst vergangenen Jahres mit dem im folgenden Mai entlassenen Sport-Geschäftsführer Christian Keller: "Das muss rückwirkend kritisch betrachtet werden." Grundsätzlich sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Mitgliederrat und Vorstand "nicht möglich gewesen".

Kritik musste Schwab, der seit einem Jahr Vorsitzender des Mitgliederrats ist, aber auch einstecken: Für die Ankündigung, auch weiterhin keine hybride Mitgliederversammlung abhalten zu wollen, kassierte Schwab einige Pfiffe. Anders als im Vorjahr wurden Wolf, Wettich und Sauren in diesem Jahr allerdings von den Mitgliedern entlastet.

Erstmals fand die Wahl aufgrund des Andrangs dabei im Kölner Stadion statt: Vor Ort waren bei Beginn am Vormittag etwa 3500 Mitglieder, später wurden es mehr als 5500. Weil nicht genügend Abstimmungsgeräte vorhanden waren, mussten sich einige Mitglieder bei den Abstimmungen jeweils Geräte teilen.

Bisheriger Vorstand trat nicht wieder an

Das bisherige Vorstandstrio aus Präsident Wolf und seinen Stellvertretern Sauren und Wettich hatte bereits Anfang des Jahres bekannt gegeben, nach zwei Amtszeiten in dieser Konstellation nicht mehr anzutreten.

Das Präsidium des 1. FC Köln wird für einen Zeitraum von drei Jahren gewählt. Antreten dürfen neben dem vom Mitgliederrat nominierten Team auch Trios, die Unterschriften von mindestens drei Prozent der Mitglieder vorweisen können.