Wenn ein Spieler in Europa wettbewerbsübergreifend 54 Tore in 52 Spielen schießt, ist es nur allzu wahrscheinlich, dass alsbald die ganz großen Klubs anklopfen. So auch im Fall von Viktor Gyökeres. Der ehemalige Stürmer des FC St. Pauli mit dem mysteriösen Torjubel war in diesem Sommer speziell in der Premier League schwer gefragt.
Den Zuschlag erhielt mit Arsenal nun ein Verein, der schon im vergangenen Sommer seine Fühler ausstreckte und den Gyökeres lange präferiert haben soll. In London erhält der 26-malige schwedische Nationalspieler (15 Tore) einen langfristigen Vertrag, der laut The Athletic bis 30. Juni 2030 läuft. Der Transfer unterliegt, wie Arsenal am Samstagabend mitteilte, noch dem Abschluss des behördlichen Verfahrens rund um eine Arbeitserlaubnis. Gyökeres, der früher am Samstag seinen Medizincheck absolviert hatte, soll sofort zur aktuell laufenden Asien-Tour des englischen Vize-Meisters reisen.
29 Toren in der Liga folgen 39
"Viktor hat so viele Qualitäten", freut sich Arsenal-Coach Mikel Arteta in der Klubmitteilung. "Er ist ein schneller und kraftvoller Stürmer mit unglaublichen Torquoten auf Vereinsebene und Nationalmannschaftsebene." Er bringe eine unglaubliche Präzision mit einer hohen Chancenverwertung mit und seine intelligenten Bewegungen im Strafraum machen ihn zu einer ständigen Gefahr.
Im Sommer 2023 hatte sich Gyökeres nach Stationen bei Brighton, Swansea und Coventry dem portugiesischen Traditionsklub angeschlossen - und sich schnell in die Herzen der Fans geschossen. 29 Liga-Tore waren es bei 33 Einsätzen in seiner ersten Saison, gar deren 39 im zweiten Jahr bei genauso vielen Spielen. Dazu kamen in 2023/24 noch fünf Tore in neun Europa-League-Spielen, in 2024/25 waren es sechs Treffer in acht Champions-League-Partien.
Dass Gyökeres, der Sporting neben der Meisterschaft auch im packenden Pokalfinale gegen Erzrivale Benfica zum Titel schoss, nach Höherem strebte, war hinlänglich bekannt. Als Ende Juni Sporting-Präsident Frederico Varandas dann allerdings öffentlich mit Ablösesummen spielte, soll es intern endgültig zum Zerwürfnis gekommen sein.
Die portugiesische Zeitung Record berichtete, dass Gyökeres Varandas mitgeteilt habe, dass er nie mehr für Sporting spielen werde. Der Präsident wollte seinen Star aber nicht unter Wert verkaufen und hatte öffentlich erklärt, 70 Millionen Euro inklusive Boni seien zu wenig. Nun erhält Sporting Medienberichten zufolge 63,5 Millionen Euro Sockelablöse plus zehn Millionen an Boni.
"Aufatmen" bei Merino?
Gyökeres soll im neuen Trikot mit der bei Arsenal durch Thierry Henry legendären Rückennummer 14 jedenfalls schnell zur sportlichen Waffe werden. Gerade nach den schweren Verletzungen von Kai Havertz und Gabriel Jesus zu Beginn des Kalenderjahres lechzten die Gunners nach einem Mittelstürmer. Gyökeres ist genau so einer - im klassischen Sinne.
Ex-Dortmunder Mikel Merino, der infolge der Verletzungen häufiger in die Sturmzentrale gezogen wurde, darf sich wohl ab sofort wieder auf eine Position im Mittelfeld konzentrieren.