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Titelkampf auf dem Transfermarkt: So hat Rapid gegenüber Sturm und Salzburg aufgeholt

kicker

SK Sturm Graz: Der Wumms fehlt

7 Zugänge: Malone, Rozga, Kayombo (je 2 Mio.), Beck (700.000), Christensen, Oermann, Mitchell (alle Leihe)

8 Abgänge: Böving (3,5 Mio.), Johnston (2,5 Mio.), Wüthrich (0), Camara (Leihe), Scherpen, Yalcouye, Mayulu, Zvonarek (alle Leihende)

Transferbilanz ausgeglichen: Die Grazer haben Böving und Johnston unter Marktwert (zusammen 11,5 Mio.) verkauft und mussten Abwehrchef Wüthrich ablösefrei ziehen lassen. Damit wurden Transfereinnahmen von 6 Millionen Euro erzielt (im Vorjahr waren es rund 30, im Jahr davor ca. 14). Eingekauft hat Sportchef Parensen um 6,7 Millionen Euro. Der Fixverkauf von Dante, der bereits an Arouca verliehen war, hat die Transferbilanz in etwa ausgeglichen (seine genaue Transfersumme ist nicht bekannt).

Marktwert -26 Mio.: Vor allem durch das Ende der Leihverträge von Yalcouye (MW 17 Mio.) und Scherpen (5 Mio.) wurde Sturms Marktwert beträchtlich reduziert. Insgesamt verließen Spieler mit einem geschätzten Marktwert von rund 42 Millionen Euro den Klub. Der Gesamt-Marktwert der neu geholten Spieler macht hingegen nur knapp 16 Millionen aus. Das hat zur Folge, dass der gesamte Kaderwert, der in der Vorsaison noch bei deutlich über 100 Millionen lag, aktuell nur noch rund 55 Millionen beträgt. Im Vergleich zu Rapid heißt das, dass sich die Kluft von über 60 Millionen auf rund 10 Millionen reduziert hat. Wird sich das auch in der Meisterschaft auswirken?

Tore in etwa ausgeglichen:  Eine gerne verwendete Währung für die Einschätzung der getätigten Transfers eines Klubs ist, ob die durch Abgänge "verlorenen Tore" durch die Zugänge wettgemacht werden können. Sturm hat durch die Abgänge von Böving (11 Tore), Yalcouye (4), Wüthrich, Johnston und Zvonarek (je 1) weitere 18 seiner 66 in der Vorsaison erzielten Tore verloren (Scorerpunkte waren es 34). Das scheint auf den ersten Blick verschmerzbar. Elf der 66 Tore gingen aber noch auf das Konto des bereits im Winter nach Monaco verkauften Biereth, was bedeutet, dass die Grazer noch einmal ein Drittel ihrer Tore abgegeben haben. Gekommen sind zwar 25 Tore, "vollwertig" sind jedoch nur die elf von Malone und die zwei von Rozga in der polnischen Ekstraklasa. Kayombo hat seine neun Tore in der zweiten Schweizer, Beck seine drei in der zweiten dänischen Liga erzielt.

Fazit: Der Meister ist auf dem Transfermarkt nicht besser geworden. Vor allem die Abgänge von Abwehrchef Wüthrich, "Newcomer des Jahres" Yalcouye und Topscorer Böving werden nur schwer zu kompensieren sein. Der Angriff hat bereits im Frühjahr nicht den Ansprüchen genügt, die entscheidenden Tore zur Titelverteidigung mussten Böving und Kiteishvili schießen. Nach dem Mayulu-Fehlgriff im Winter ist der "der große Wumms" auch im Sommer ausgeblieben. Kandidaten wurden viele gehandelt, der Malone-Erwerb wirkt zumindest einfallslos. Der Ex-Austrianer hat zwar wie Böving elf Tore erzielt, als Großmeister der Effizienz ist er aber nicht aufgetreten, in den ersten fünf Bundesliga-Spielen der neuen Saison ist er überhaupt leer ausgegangen. Für den dritten Meistertitel in Serie wird es einen überragenden Kiteishvili und Gorenc Stankovic brauchen, einen treffsichereren Malone und große Entwicklungsschritte von Rozga, Beck & Co.

RB Salzburg: Anpassung an Liga-Normalität

8 Zugänge: Bischoff (4 Mio.), Krätzig (3,5 Mio.), Chase, Alajbegovic (je 2 Mio.), Rasmussen (1,5), Lainer (0), Kitano, Gourna-Douath (Rückkehrer)

11 Abgänge: Nene (18 Mio.), Gloukh (15 Mio.), S. Baidoo (8 Mio.), Capaldo (2,1 Mio.), Daghim (2 Mio./Leihe), Morgalla, Clark, Blank (alle Leihe), Guindo (0), Blaswich, Caufriez (beide Leihende)

Transferbilanz +50 Mio.: Nach dem mageren (8 Millionen) Plus im Vorjahr haben die Salzburger in diesem Sommer wieder eingenommen wie in ihren besten Zeiten - dafür mit Nene und Gloukh aber ihre zwei besten Offensiv-Spieler verloren. Zu den 45 Millionen, die RB aus Verkäufen aus dem Vizemeister-Kader lukrierten, kamen weitere rund 20 Millionen für die Fixverkäufe von Leihspielern a la Dedic, Van der Brempt und Piatkowski. Von den Transfererlösen hat Sportchef Rouven Schröder rund 15 Millionen wieder reinvestiert. Zum Teil recht bieder (Rasmussen), zum Teil in Aktien wie Alajbegovic oder Bischoff, für den Brighton vor wenigen Monaten noch doppelt so viel an Bröndby überwiesen hätte.

Marktwert -47,5 Mio.: Die lukrativen Verkäufe haben ein massives Marktwert-Defizit nach sich gezogen. Den "Marktwert-Verlusten" von über 62 Millionen Euro durch die abgegebenen Spieler stehen nur Zugänge mit einem Marktwert von etwas über 15 Millionen gegenüber. Insgesamt wird der Marktwert des aktuellen Salzburg-Kaders auf knapp unter 120 Millionen Euro geschätzt. So niedrig war er seit der Saison 2016/17 nicht mehr.

Tore drastisch verloren: Die Salzburger haben in der Vorsaison 53 Tore erzielt, 30 davon haben sie im Sommer abgegeben. Alleine das Duo Nene & Gloukh war für 23 erzielte Tore (und 36 Scorerpunkte) verantwortlich. Eingekauft hat Schröder nur acht Tore - vier davon brachte Kitano mit, Bischoff zwei. In den ersten Runden ist es Ratkov gelungen, das Vakuum zu füllen. Mal sehen, ob es so bleibt.

Fazit: Das einstige österreichische Aushängeschild nähert sich wieder der Bundesliga-Normalität. Der Salzburg-Kader ist noch immer gut genug, um den Meistertitel holen zu können, die frühere absolute Überlegenheit auf jeder einzelnen Position ist aber dahin. War der Salzburg-Kader vor wenigen Jahren noch mehr wert als alle Kader der elf Bundesliga-Konkurrenten zusammen, macht er heute nur noch ein Drittel des Gesamt-Marktwertes der Liga aus. Selbst die Abnehmer für ihre besten Spieler kommen nicht mehr aus der Premier League, der Serie A oder aus der Spitze der deutschen Bundesliga, sondern für Nene aus der Türkei und für Gloukh aus den Niederlanden.

SK Rapid: Kopie besser als das Original

10 Zugänge: Gulliksen (3,8 Mio.), Ndzie (2,5 Mio.), Tilio, Dahl (je 1,5 Mio.), Mbuyi (400.000), Marcelin (100.000), Horn, Weixelbraun (beide 0), Antiste (Leihe), F. Demir (Rückkehrer)

9 Abgänge: Jansson (10 Mio.), Sangare (8 Mio.), Kerschbaum, Burgstaller (je 0), Vincze, Oswald, Böckle, Dursun (alle Leihe), Beljo (Leihende)

Transferbilanz +7,5 Mio.: Trotz des Rekord-Einkaufs von Gulliksen und drei weiteren Millionen-Transfers (sowie den Fixverpflichtungen von Radulovic und Kara) bleibt Rapid ein Transferüberschuss von 7,5 Millionen Euro. Dafür haben die Verkäufe von Jansson und Sangare gesorgt, mit denen der SK Rapid in für ihn neue Dimensionen vorgerückt ist. Und zumindest die ersten Bundesliga-Wochen lassen darauf schließen, dass Markus Katzer auf alle Fragen, die die Abgänge aufgeworfen haben, die richtigen Antworten gefunden hat.

Marktwert -1,8 Mio.: Im Vergleich zu Salzburg und Sturm steht bei Rapid nur ein kleines Minus vor der Marktwert-Bilanz. Vor allem die Abgänge von Sangare und Beljo haben sich hier niedergeschlagen. Während Gulliksen, Mbuyi, Marcelin, Horn und Weixelbraun unter Marktwert geholt wurden, lagen die Ablösesummen für Ndzie, Tilio und Dahl darüber. Zumindest bei Dahl lässt sich schon sagen, dass der Marktwert bald nachziehen wird.

Tore mehr als kompensiert: Mit Beljo (10), Burgstaller (5) und Jansson (7) hat Rapid eine ganze Offensivreihe - und damit 22 Bundesliga-Tore - verloren. Mit den Toren von Sangare (2) und Oswald (1) galt es 25 (39 Scorerpunkte) zu kompensieren. Geholt wurden 47 Tore, wobei auch hier gilt: Mbuyi (21) und Weixelbraun (9) schossen ihre Tore in Österreichs 2. Liga, Antiste (5+1) in der deutschen und italienischen. Dahl hat seine Ausbeute in Belgien (1 Tor) schon jetzt verdoppelt, Tilio (5 Tore in Australien) wird sich noch beweisen müssen.

Fazit: Rapid hat auf dem Transfermarkt gegenüber Salzburg und Sturm aufgeholt und vor allem in der Breite zugelegt. Und das mit dem gleichen Modell, das die beiden Konkurrenten unter Christoph Freund bzw. Andi Schicker einst vorexerziert haben - Talente mit Potenzial kaufen, sie für die großen Ligen entwickeln und gewinnbringend verkaufen. Die Kopie war in diesem Sommer besser als das Original, die eigene Akademie ist dabei auch in Hütteldorf ins Hintertreffen geraten. Mit Einsatzzeiten dürfen nur Wurmbrand und Demir rechnen, Oswald, Vincze, Dursun und (der nicht aus der eigenen Akademie stammende) Böckle wurden verliehen, die einstige große Hoffnung Zivkovic abgegeben.

Lies auch: Die Sommer-Transferliste der 2. Liga