Der SV Todesfelde hat nach dem Abstieg aus der Regionalliga Nord einen Traumstart in der Oberliga Schleswig-Holstein hingelegt. Nach sechs Punktspielen winkt die Elf von Chefcoach Björn Sörensen verlustpunktfrei von der Tabellenspitze. Etwas verwunderlich, denn nach dem Abstieg fand innerhalb der Mannschaft ein Umbruch statt. Gestandene Akteure wie Abwehrspieler Moritz Achtenberg (Eintracht Norderstedt) sowie der langjährige Torjäger Marco Pajonk (FC Azadi Lübeck), um nur einige zu nennen, verließen "Tofe" - junge Talente wie Lasse Jetz, Maximilian Aberger und Sean Hopp (alle VfB Lübeck II) rückten nach.
"Wir setzen einige Dinge, die wir in der Regionalliga falsch gemacht haben, jetzt besser um. Das Jahr war trotz des Abstiegs sehr lehrreich für uns alle. Zudem sind wir gut in der Oberliga angekommen", sagt Sörensen, der an dem Offensivspiel seiner Mannschaft ordentlich gefeilt hat. "Wir treffen oft auf tiefstehende Gegner. Die Spieler haben verstanden, wie wir uns dann verhalten müssen, um genügend Torchancen zu kreieren", so Sörensen.
Erfahrene Spieler wie die drei Ex-Profis Mirko Boland, Janek Sternberg und Jan-Marc Schneider sind weiterhin große Stützen in der Sörensen-Equipe. "Ich beziehe sie oft mit ein, denn sie haben in ihren Karrieren viel erlebt und haben sehr gute Tipps parat - jeder auf seine Art und Weise", erklärt Sörensen. Als große Überraschung entpuppt sich Innenverteidiger Tyler Körting. Der 19-Jährige hat seinen Stammplatz sicher in der Abwehrkette. Zuletzt schaltete Körting beim 2:0-Sieg gegen Holstein Kiel II Angreifer Louis Köster aus, der im Profi-Kader des Zweitligisten steht. "Er macht es überragend", lobt Sörensen seinen Youngster.
Den Blick auf die Tabelle verkneift sich der 39-Jährige und erklärt: "Das lenkt nur ab. Natürlich freut man sich, ohne Punktverlust oben zu stehen, aber der Fokus liegt voll auf der Mannschaft."
Zwischen Barcelona und Todesfelde
Derzeit tanzt Sörensen auf zwei Hochzeiten. Auf der einen Seite möchte er seine Mannschaft zum Hallenmasters in die Wunderino-Arena in Kiel und zum Titelgewinn in der Oberliga führen, auf der anderen Seite büffelt Sörensen für die A-Lizenz. "Das ist wirklich spannend. Man lernt viele Leute kennen und kann viele Dinge mitnehmen", so der Trainer. Mit Ex-Profis wie Marc Heider (VfL Osnabrück, Holstein Kiel), Alexander Meier "Fußballgott" (Eintracht Frankfurt, FC St. Pauli) sowie Toni Tapalovic, Co-Trainer beim FC Barcelona, drückt Sörensen die Schulbank. "Das ist schon Wahnsinn. Er fliegt nach den Lehrgängen zu den Spielen und ich fahre nach Todesfelde", grinst Sörensen.
Dass Mannschaften wie der amtierende Meister FC Kilia Kiel, der in der vergangenen Saison ohne Niederlage die Schale einfuhr, sowie der Heider SV schon Spiele verloren haben, wundert Sörensen nicht. "Viele Teams, wie der VfR Neumünster, der TuS Rotenhof und der MTSV Hohenwestedt haben sich verstärkt. Da gewinnt man nicht mal so im Vorbeigehen", weiß der 39-Jährige, der mit seinem SV Todesfelde gerne wieder in die Regionalliga möchte.