Zahlreiche Neuerungen
Ab dem kommenden Wochenende (14. Juni) bis 13. Juli wird zum ersten Mal die neue Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Teams, darunter auch der FC Bayern München und Borussia Dortmund, ausgetragen. Ein Umstand, mit dem sich viele Fans erst noch arrangieren müssen. Aufgrund der hohen Belastungen für die Teams, hinter denen ohnehin schon eine kräftezehrende Saison steht, und weil es darüber hinaus zudem um eine Menge Geld geht, stehen viele Fußballfreunde dem Turnier schon lange vor dem Start kritisch gegenüber.
Dabei wird nicht nur der Spielmodus mit acht Vierergruppen und anschließender K.-o.-Phase ungewohnt für die Vereinsmannschaften sein, für die bereits ein zusätzliches Transferfenster geschaffen worden ist, um Neuzugänge schon beim neu geschaffenen Wettbewerb einsetzen zu können.
Die Profis sowie die Schiedsrichter auf dem Feld müssen sich darüber hinaus auch an zahlreiche weitere Neuerungen gewöhnen. So wird die FIFA in den Spielen in den USA bereits zahlreiche Regel-Änderungen testen, die ab der kommenden Saison in allen Wettbewerben inkrafttreten werden. Auf die Schiedsrichter kommen zudem weitere Innovationen zu.
Die Neuerungen im Überblick:
Ballhalten der Torhüter
Schon Anfang März hat das International Football Association Board - kurz IFAB - beschlossen, dass die Regel 12.2 angepasst wird. Diese besagte bislang, dass das zu lange Ballhalten der Torhüter mit einem indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft bestraft wird.
Soweit die Theorie. In der Praxis wurde diese Regel, die ein Halten von maximal sechs Sekunden vorschreibt, allerdings nicht konsequent umgesetzt. Damit sich dies in Zukunft ändert, wird das Festhalten des Balles nun nach acht Sekunden, wobei der Schiedsrichter mit einer Hand einen Fünf-Sekunden-Countdown anzeigen soll, geahndet - und zwar mit Eckball anstatt eines direkten Freistoßes.
Doppel-Berührung bei Strafstoß
Berührte ein Spieler bei der Ausführung eines Elfmeters den Ball doppelt - etwa weil er weggerutscht war und deshalb den Ball unabsichtlich mit dem Standbein touchierte -, galt der Strafstoß bislang als verschossen. Sofern der Ball nicht im Netz landete, wurde die Partie mit einem indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt.
Wie das IFAB nun jedoch kürzlich mitteilte, wird auch diese Regel angepasst. Ab der kommenden Saison, aber nun auch schon bei der Klub-WM, werden Strafstöße dieser Art wiederholt, sofern die Doppel-Berührung unabsichtlich erfolgte und der Ball im Tor landete. Ist Letzteres nicht der Fall, gibt es weiterhin einen indirekten Freistoß. Auf das Elfmeterschießen hat die Regeländerung ebenfalls Auswirkungen, auch hier zählt die Doppel-Berührung wie gewohnt als verschossen, wenn der Ball nicht ins Tor geht. Geht die Kugel nach einer zweimaligen Touchierung dagegen in den Kasten, wird wiederholt.
Schiedsrichterball
Das IFAB beschloss Anfang März zudem eine Anpassung von Regel 8.2, die den Schiedsrichterball betrifft. Befindet sich der Ball bei einer Unterbrechung durch den Referee außerhalb des Sechzehners, wird er für die Mannschaft, die in Ballbesitz war oder gewesen wäre, vom Unparteiischen fallengelassen, sofern dies für ihn ersichtlich war. Andernfalls erhält das Team den Ball, welches ihn zuletzt berührt hat. Der Ball wird an der Stelle abgelegt, an der er sich bei der Spielunterbrechung befand.
Körperkameras und Live-Bilder
Neben den geänderten Regeln kommen auf die Schiedsrichter weitere Neuerungen zu - darunter etwa das Tragen von Körperkameras. Neben Aufnahmen für die Fernsehübertragung dienen sie hauptsächlich Testzwecken. Die FIFA möchte herausfinden, ob diese Perspektive das Erlebnis für die Zuschauer an den Bildschirmen verbessert, aber auch, welche Richtlinien für den Einsatz solch spezieller Kameras gelten könnten.
Darüber hinaus sollen die Schiedsrichter bei klaren Abseitspositionen noch während des laufenden Spielzuges von der halbautomatischen Abseitserkennung über das Vergehen informiert werden, um das Spiel unterbrechen zu können. Bei knappen Entscheidungen wird die Szene aber weiterhin wie gehabt vom VAR überprüft.
Solche Szenen, aber auch andere strittige Situationen, können die Zuschauer in den Stadien dann live verfolgen. Kommt es nämlich zu einem Eingriff des VAR, sollen die Fans auf den Arenamonitoren aus Gründen der Transparenz das Bildmaterial, das auch die Schiesdrichter sichten, beobachten können.
Auswechseltablets
Wie die FIFA außerdem bekanntgegeben hat, testet sie im Rahmen der Klub-WM-Spiele die Einführung eines Auswechseltablets. Solch ein Gerät erhält jedes Team vor dem Anpfiff, damit soll die Kommunikation mit dem Unparteiischen-Gespann vereinfacht werden. Zudem wird sichergestellt, dass alle Seiten über die nötigen Informationen verfügen und einen Überblick über die noch verbleibenden Wechselmöglichkeiten haben.