Gegen Andorra offenbarte das Offensivspiel der englischen Nationalmannschaft am Samstag viel Luft nach oben, aber immerhin führten zwei Flanken zu einem 2:0-Erfolg: Eine von Noni Madueke köpfte Gäste-Verteidiger Christian Garcia ins eigene Netz (25.), eine von Reece James vollstreckte Declan Rice (67.). Werden die Zuschauer derlei bei der WM 2026 noch viel häufiger sehen?
Zumindest deutete Thomas Tuchel an, bis zum Turnier in neun Monaten am Spielstil seiner Mannschaft in diese Richtung zu feilen. "Ich sage euch: Auch der lange Einwurf ist wieder da", sagte der Trainer der Three Lions im Vorfeld des WM-Quali-Gastspiels in Serbien am Dienstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker). Bei der WM würden "all diese Dinge wichtig" werden. "Wir werden also auch über lange Einwürfe sprechen, wir werden über lange Schläge vom Torwart sprechen und nicht nur über kurze Pässe. All diese Spielzüge sind wieder da, und auch die Flanken sind wieder da."
Gegen das destruktive Andorra, das nur 17 Prozent Ballbesitz hatte, war davon naturgemäß nur wenig zu sehen; und auch gegen die Serben, die wohl ebenfalls aus einer kompakten Defensive heraus agieren werden, wird Tuchel gewiss viel mehr kurze als lange Pässe beobachten. "Wir können nicht alles in vier Trainingstagen unterbringen, aber diese Dinge werden wichtig sein", ist sich Tuchel sicher. "Mal sehen. Ich muss mich mit meinen Co-Trainern beraten."
Tuchel wittert Widrigkeiten in Belgrad - auch beim Rasen
Nach vier Zu-null-Siegen, die aber auch wegen des zwischenzeitlichen 1:3 im Test gegen Senegal nicht gerade für Aufbruchsstimmung beim Weltranglistenvierten gesorgt haben, gehen die Engländer mit fünf Punkten Vorsprung auf die ebenfalls noch ungeschlagenen und gegentorlosen Serben ins Duell in Belgrad.
Tuchel wittert dort einige "Widrigkeiten", die es zu überwinden gelte, und nannte dabei auch - erneut - den Rasen, obwohl es für dessen vermeintlich schlechten Zustand noch keine Hinweise gibt. "Noch nicht", meinte Tuchel nebulös. "Wir sind auf alles vorbereitet."