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Umbruch, Talente und die Kapitänsfrage: Hannover II ist eine Wundertüte

kicker

Nach dem ersten Jahr im deutschen Profifußball und einem großen Kaderumbruch zu Beginn der letzten Saison musste sich Hannover 96 II nach dem direkten Wiederabstieg neu aufstellen. Viele junge Talente wechselten extra für das Abenteuer 3. Liga in die 96-Akademie. Mit dem Abstieg verließen insgesamt 16 Spieler den Verein, darunter auch ein Großteil der Leistungsträger und Stammspieler. Kapitän Fynn Arkenberg wechselte zum FC Gütersloh, Stürmer Valmir Sulejmani zog es zu Alemannia Aachen, Top-Scorer Robin Kalem ging zu Wehen Wiesbaden und auch für Melkamu Frauendorf, der vor der Saison mit großen Vorschusslorbeeren aus der Akademie des englischen Meisters FC Liverpool in die niedersächsische Landeshauptstadt gewechselt war, ist das 96-Kapitel schon wieder beendet. Der Flügelspieler wagt einen Neuanfang in der Regionalliga Südwest bei den Stuttgarter Kickers.

Aufstieg nicht das ausgerufene Ziel

Beim Blick auf die Neuausrichtung legt 96 vor allem Wert auf junge Talente und Nachwuchskräfte aus der eigenen Jugend. Für Akademie-Leiter Julian Battmer steht die Entwicklung eigener Talente im Vordergrund - der direkte Wiederaufstieg wurde nicht ausgerufen. Neben sieben externen Neuzugängen ergänzen acht Spieler aus der eigenen U 19 zur neuen Saison den Regionalliga-Kader. Zwei von ihnen, Torwart Jonas Schwanke (18) und Sturm-Juwel Denis Husser (17), der bereits in der letzten Spielzeit erste Minuten in der 3. Liga sammelte, fuhren sogar mit der ersten Mannschaft ins Trainingslager nach Österreich und sollen langsam an das Profi-Team herangeführt werden.

Bei der Neuausrichtung des Kaders wird auch die Kooperation mit dem japanischen Zweitligisten Mito Hollyhock weiter gepflegt. Nachdem Linksverteidiger Hayate Matsuda zwei Jahre in die U 23 ausgeliehen war, gelang ihm der Sprung zu den 96-Profis. Den gleichen Weg möchte auch Asuma Ikari (19) gehen. Der zentrale Mittelfeldspieler verstärkt das Team zunächst für ein Jahr auf Leihbasis.

Junge Hoffnungsträger und Konstanz an der Seitenlinie

Große Hoffnungen setzt 96 zudem in Neuzugang Florent Aliqki. Der 19-jährige Rechtsaußen kommt aus der U 19 des 1. FC Heidenheim an die Leine. "Er ist ein Unterschiedsspieler und hat bei uns im Probetraining total überzeugt. Wir freuen uns sehr, dass er sich für uns entschieden hat. Ich bin mir sicher, dass er bei Hannover 96 den nächsten Schritt gehen kann", sagt Co-Trainer Timo Struckmeier. Zudem wird Juwel Montell Ndikom ein wichtiger Faktor in der Offensive. Der 20-Jährige schielt weiterhin in Richtung erste Mannschaft und bewies im Derby-Test der U 23 gegen den Aufsteiger Hannoverscher SC (3:2) bereits mit einem Doppelpack, dass mit ihm zu rechnen ist.

Bei all der personellen Veränderung kann sich 96 II zumindest auf der Trainerbank über Konstanz freuen. Cheftrainer Daniel Stendel geht in seine vierte Saison an der Seitenlinie und auch sein Co Struckmeier bleibt der Mannschaft erhalten. Mit Sean Busch, Mustafa Abdullatif, Tim Walbrecht, Keanu Brandt, Jeremie Niklaus und Noah Engelbreth bleibt dem Absteiger zumindest ein Stamm der letzten Spielzeit erhalten.

Wer schlussendlich die Kapitänsbinde erhält, will sich Stendel bis kurz vor dem Saisonstart offenhalten. In der erfolgreichen Vorbereitung wurden bereits sieben verschiedene Akteure als Spielführer aufgeboten. Am 1. Spieltag der Regionalliga Nord trifft 96 II auf die Zweitvertretung des Hamburger SV. Beide Teams gehen mit ähnlichen Vorzeichen in die Partie, denn auch im Kader des HSV II herrschte viel Bewegung. Nach all der Veränderung ist Hannover 96 II eine Wundertüte für die neue Saison.