Borussia Dortmund trifft am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) auf einen angeschlagenen Gegner. Die Tottenham Hotspur schlitterten durch die 1:2-Heimniederlage gegen Kellerkind West Ham United noch tiefer in die Krise, die auch Trainer Thomas Frank mitzureißen droht. Laut englischen Medienberichten muss der erst im Sommer verpflichtete Däne um seinen Job bangen.
Wie vergiftet die Stimmung bei den Spurs ist, zeigte sich am Samstag, als von einem Heimvorteil keine Rede sein konnte. Immer wieder ernteten Frank und seine Schützlinge laute Buhrufe, etwa als Mathys Tel nach 62 Minuten ausgewechselt wurde. Nachdem Joker Callum Wilson den Gästen in der Nachspielzeit den erst zweiten Auswärtssieg der Saison beschert hatte, stimmten zahlreiche Spurs-Fans den Klassiker "you're getting sacked in the morning" in Richtung Frank an, prophezeiten also dessen Entlassung am Sonntag.
Der Trainer zeigte Verständnis. "Ich stehe in der Verantwortung. Also bekomme ich die Schuld. Das ist fair, kein Problem." Die Unterstützung werde zurückkommen, "wenn wir wieder gewinnen - was wir tun werden", kündigte Frank an. "Daran habe ich keinen Zweifel." Ob die Klubführung ihm das zutraut, ist fraglich.
Vor dem "Desaster" (Kapitän Cristian Romero) gegen West Ham hatte diese in Person von CEO Vinai Venkatesham einen offenen Brief an die Fans gerichtet und mit Verweis auf den Umbruch im gesamten Klub um Geduld gebeten. "Wir wissen, dass es eine Distanz zwischen dem Klub und unseren Fans gibt. Wir sind entschlossen, diese Verbindung wieder aufzubauen", schrieb Venkatesham unter anderem. Den Geschehnissen im Stadion nach wurde die Distanz eher noch größer.
Einen möglichen Interimstrainer holten die Spurs am Donnerstag
Erst am Donnerstag hatte der Klub Frank in Johnny Heitinga einen neuen Co-Trainer an die Seite gestellt, was der Chefcoach ausdrücklich begrüßt hatte. Auch wenn Heitinga erst einmal die Lücke schließt, die Matt Wells vor Jahresfrist mit seinem Wechsel zu den Colorado Rapids gerissen hatte: Die Deutung, wonach der Niederländer im Zweifel Frank interimsweise beerben könnte, machte schnell die Runde.
Gegen den BVB droht den Spurs die vierte Pflichtspiel-Schlappe hintereinander, die dritte Heimniederlage binnen zehn Tagen, das sechste sieglose Spiel im sechsten Auftritt 2026. Weil sie in der Champions League als Tabellenelfter passabel dastehen - punktgleich mit der Borussia -, kommt der Tapetenwechsel vielleicht gerade recht. Nur der Austragungsort ist nach den Erfahrungen vom Samstag nicht die beste Nachricht.