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"Vom ersten Tag an war es Chaos": Englands Comeback-Queens im Jubelrausch

kicker

Lange Zeit sah es so aus, als würde die Neuauflage des WM-Finales von vor zwei Jahren abermals Spanien als Sieger hervorbringen. Doch das war am Ende nicht der Fall, weil die Lionesses sich, wie schon so oft in diesem Turnier, zurückkämpften und das Blatt vor 34.203 Zuschauern im ausverkauften St.-Jakob-Park zu Basel wendeten. "Ich bin so stolz auf dieses Team, bin so dankbar, dieses Wappen tragen zu dürfen und bin so stolz, Engländerin zu sein", sagte Chloe Kelly nach dem 3:1-Sieg im Elfmeterschießen. Wie schon im Halbfinale gegen Italien (2:1 n. V.) war es also erneut Kelly, die letztendlich den Schlussstrich unter den Sieg zog.

Die 27-Jährige verwandelte ihren Elfmeter souverän ins linke Eck - mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h war es zugleich der härteste Treffer des gesamten Turniers. Kelly verriet anschließend, dass sie "cool war", weil sie wusste, "dass ich treffen würde. Ich verschieße nicht zweimal einen Elfmeter." Damit spielte sie auf auf ihren Strafstoß gegen Italien in der 119. Minute an, als sie zunächst vergeben hatte und anschließend per Nachschuss doch noch den Siegtreffer markierte. "Es ist unglaublich. Ich bin so dankbar", freute sich Kelly einfach und verwies dabei auf die unglaubliche Leistung von Trainerin Sarina Wiegman.

Wiegman stellt EM-Rekord ein

"Sie hat es schon wieder geschafft", sagte Kelly mit Blick auf die Tatsache, dass die Niederländerin nun zum dritten Mal in Folge die Europameisterschaft der Frauen gewonnen hat; 2017 mit den Niederlanden, 2022 und nun eben 2025 mit England. Die aber lenkte den Fokus von sich weg und auf die gesamte Mannschaft. "Das Wort Team beschreibt, wer wir sind. Ich bin so stolz auf sie und den Staff. Ich kann es nicht glauben, ich habe eine Medaille um meinen Hals und wir haben die Trophäe", so Wiegman, die nun mit Ex-DFB-Trainerin Tina Theune (1997, 2001 und 2005) als Rekordsiegerin gleichzog.

Torhüterin Hannah Hampton, die vor den Augen von Prinz William und weiteren Prominenten wie etwa Ex-Bundestrainer Joachim Löw mit zwei gehaltenen Elfmetern selbst großen Anteil am Titel hatte, ergänzte: "Diese Mannschaft ist unglaublich. Unglaublich." Die 24-Jährige gab auch zu, dass sie "im Elfmeterschießen völlig den Überblick verloren" und den Sieg erst realisiert hatte, "als ich sie vom Platz laufen sah. Da wusste ich, wir hatten gewonnen."

"Das Beste, was wir je erlebt haben"

Für Bayern Münchens Georgia Stanway fühlte sich der Sieg unmittelbar nach dem Abpfiff noch nicht real an, auch weil das Turnier aus englischer Sicht so chaotisch verlaufen war. "Dieses Turnier hat alles getoppt, was wir je erlebt haben", sagte sie und hatte da wohl auch im Hinterkopf, dass England in der gesamten K.-o.-Phase gerade einmal 4 Minuten (!) selbst in Führung lag. Stanway genoss aber einfach den Moment: "120 Minuten und dann auch noch ein gewonnenes Elfmeterschießen - das ist unglaublich, das Beste, was wir je erlebt haben."

"Es war das chaotischste Turnier überhaupt", stellte Wiegman fest: "Vom ersten Tag an war es Chaos - vom verlorenen Eröffnungsspiel bis hin zum Gewinn des Pokals. Unglaublich." Stanway stellte dann noch lapidar fest: "Das ist unser Titel. Zweimal Europameisterinnen, das sind wir." Derweil freute sich Kelly auf die anstehende Siegesparty. "Es wird unglaublich. Ich hoffe, dass ganz England rauskommt und diesen Mädchen die Liebe zeigt, die sie verdient haben."