Aus New Jersey berichtet Matthias Dersch
Jetzt hat die Klub-WM auch für Borussia Dortmund begonnen - und das nicht nach Wunsch. Nach dem 0:0 gegen den brasilianischen Vertreter Fluminense ist sportlich zwar noch alles drin für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac. Aber die gezeigte Leistung ernüchterte nicht nur die 5000 bis 6000 Dortmunder Fans im nicht einmal halbvollen MetLife Stadium in New Jersey, sondern auch die Spieler selbst.
Groß sieht "eine positive Sache"
"Die eine positive Sache heute ist, dass wir zu Null gespielt haben und dass wir einen Punkt gewonnen haben. Damit sind wir jetzt im Turnier. Aber wir waren oft einen Schritt zu spät", bilanzierte Mittelfeldspieler Pascal Groß, der das torlose Remis gegen agilere und auch spielerische bessere Brasilianer nicht als "Beinbruch" werten wollte. "Wir werden uns noch steigern."
Dass das nötig ist, hatten die 90 Minuten zuvor gezeigt. Von der ersten Minute an hatte Fluminense das Zepter in die Hand genommen und sich ein spielerisches Übergewicht gesichert. Der BVB dagegen agierte zu passiv, kam nicht in die Zweikämpfe und stand - anders als die Fluminense-Spieler - zu selten "auf dem Vorderfuß", wie es Julian Brandt beschrieb. Die Folge: Dortmund kam nicht zu Abschlüssen geschweige denn Chancen.
Kobel: "Am Ende war es zu wenig von uns"
So durfte sich der BVB bei Gregor Kobel bedanken, dass das Spiel nicht sogar verloren ging. Zwar hatte auf Fluminense keine Chancen in Hülle und Fülle, zweimal aber musste Dortmunds Schlussmann spektakulär eingreifen - und parierte gegen Everaldo und Nonato stark. "Fluminense war besser als wir. Das muss man ganz ehrlich sagen", sagte Kobel.
"Sie waren ein bisschen frischer, bisschen aggressiver, ein bisschen besser in den Zweikämpfen." Dass die Brasilianer mitten im - während der Klub-WM pausierenden - Liga-Betrieb sind, wollte Kobel nicht als Entschuldigung geltend machen. "Am Ende war es zu wenig von uns."
Eine Steigerung wird nach diesem zähen Auftakt zwingend nötig sein, will der BVB die selbstgesteckten Ziele erfüllen und die Gruppenphase überstehen. Fluminense allerdings galt vor dem Turnier auch als stärkster Kontrahent, in den Duellen mit den Mamelodi Sundowns (Südafrika) und Ulsan HD (Südkorea) müssen nun im Idealfall zwei Siege her, um das angestrebte Weiterkommen zu sichern.
Kovac zieht ein mildes Fazit
"Wir müssen mit dem Spiel leben - und wir können damit auch leben", sagte Kovac und verwies auf die Qualität von Fluminense: "Wir Europäer denken, dass der Fußball nur bei uns stattfindet, aber in Südamerika wird auch richtig guter Fußball gespielt." Auch habe der spielfreie Monat seit dem Bundesliga-Schluss am 17. Mai eine Rolle gespielt. Das Fazit des BVB-Trainer fiel deshalb milde aus: "Wir haben den Punkt geholt, den wir mindestens wollten."