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"Vorbereitung gegen Luxemburg wird schwieriger"

kicker

Ondrej Duda ist in diesen Tagen gerne mal seiner Zeit voraus. Der frühere Herthaner und Kölner, der in diesem Sommer von Hellas Verona zu Al-Ettifaq nach Saudi-Arabien wechselte, war in der vergangenen Woche bereits drei Tage vor den Teamkollegen in die Slowakei gekommen, um ein paar Extra-Schichten zu schieben. Und als er mit diesen Teamkollegen am Donnerstagabend sensationell Deutschland zum WM-Quali-Auftakt bezwungen hatte, ergriff in der Kabine zunächst er das Wort, nicht der Trainer.

"Ondro kam mir zuvor, er war schneller als ich", bestätigte Francesco Calzona auf seiner Pressekonferenz. Sein Glück: Er wollte seiner Mannschaft genau das gleiche sagen. Denn natürlich genossen die Slowaken, dass sie erstmals in einem Pflichtspiel eine DFB-Auswahl bezwungen hatten; dass sie dieser die erste WM-Quali-Auswärtsniederlage überhaupt zugefügt hatten; dass ihnen "eine Sensation erster Güte" gelungen war, wie es der einstige Leverkusener und Nürnberger Vratislav Gresko bei sport.sk sagte. Doch der Blick ging sofort nach vorn.

Dieser Sieg, so warnte Duda sinngemäß, sei nichts wert, wenn ihm am Sonntag (20.45 Uhr) in Luxemburg nicht gleich der nächste folge. Was nach einer Fußball-Plattitüde klingt, hat in der Slowakei einen ernsten Hintergrund: In der Qualifikation zur EM 2024, die es als schlechtester der neun Gruppenzweiten letztlich verpasste, mühte sich das Team um Calzona gegen Luxemburg zu einem 0:0 zuhause und 1:0 auswärts.

Negativserie und Kader: Vor der Partie stand Trainer Calzona noch in der Kritik

"Für den Trainer ist es noch schwieriger, die Spieler auf ein solches Spiel vorzubereiten", weiß der italienische Coach. "Bei allem Respekt ist die Vorbereitung meiner Meinung nach noch schwieriger als gegen Deutschland." Das Stichwort ist das gleiche wie bei der DFB-Elf: Emotionalität. "Bei einem Spiel wie heute muss der Trainer nicht besonders an der mentalen Einstellung der Spieler arbeiten, weil sie genau wissen, gegen wen sie antreten." Das werde die Schwierigkeit gegen Außenseiter Luxemburg, das am Donnerstag gegen Nordirland 1:3 verlor und dem Deutschland - so verrückt es auch klingt - heimlich die Daumen drücken wird.

Doch große Sorgen um die Einstellung seiner Elf macht sich Calzona nicht. "Ich habe das Glück, diese Jungs trainieren zu dürfen, die stolz darauf sind, ihr Land zu vertreten und die Farben ihres Trikots zu verteidigen. Sie kommen mit einer Begeisterung und Entschlossenheit in die Nationalmannschaft, wie ich sie noch nie gesehen habe."

In Bratislava am Donnerstag war das zu jeder Sekunde greifbar. Dabei war die Slowakei nach zuletzt drei Niederlagen und einem Remis auf Platz 52 der Weltrangliste abgerutscht und musste mit Denis Vavro (VfL Wolfsburg), Tomas Suslov (Hellas Verona), Lukas Haraslin (Sparta Prag) und Ivan Schranz (Slavia Prag) gleich auf vier wichtige Legionäre verzichten. Calzona, ohnehin nicht unumstritten, stand auch deswegen in der Kritik, weil er ob der Personalsorgen unter anderem den fast 39-jährigen Peter Pekarik berufen und auf kritische Nachfragen dazu im Vorfeld dünnhäutig reagiert hatte.

Strelec wird zum Schnäppchen, Sauer zu Collins' Albtraum

Doch dieser hochverdiente 2:0-Sieg zauberte alle Sorgen weg. "Das ist das Verdienst der Spieler", nahm sich Calzona bewusst zurück. "Sie haben alles, was wir ihnen vermittelt haben, punktgenau umgesetzt. Dieser Abend gehört ihnen."

Aus einer geschlossenen Elf stachen vorne David Strelec und Leo Sauer heraus. Der 24-jährige Strelec, mit zwei Scorerpunkten der Matchwinner, war erst am Deadline Day für angeblich 7,5 Millionen Euro von Slovan Bratislava zu Middlesbrough gewechselt, das drei Tage später wohl fast das Doppelte hätte zahlen müssen. Und der 19-jährige Sauer, der nach einigen Leihen seit diesem Sommer fest zum Feyenoord-Kader gehört und auf der linken Seite zum Albtraum von Debütant Nnamdi Collins wurde, zeigte, warum ihn Calzona schon im März 2024 zum Nationalspieler gemacht hatte.

Ex-Bundesliga-Profi Gresko fühlte sich nach diesem Sieg, "der um die Welt geht", an Zilina 2014 erinnert. Damals, im Oktober, hatte die Slowakei in der EM-Quali Spanien mit einem 2:1-Sieg überrascht und sich am Ende erstmals für eine EM qualifiziert. Jetzt soll die zweite WM-Teilnahme nach 2010 her - erstmal aber der Pflichtsieg in Luxemburg.