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Völlers Ritterschlag für Woltemade

kicker

Von der U-21-EM in der Slowakei berichten Tim Lüddecke und Michael Pfeifer

Bereits im Trainingslager im Weimarer Land hatte Rudi Völler engen Kontakt gehalten mit der U 21, auch zu den ersten beiden EM-Spielen war der DFB-Sportdirektor in die Slowakei angereist, um sich vor Ort ein detailliertes Bild zu machen von der Schlagkraft und Form der DFB-Auswahl nun im Wettkampfmodus.

Nach zwei Siegen und der vorzeitigen Qualifikation für die K.-o.-Runde reiste der 65-Jährige sehr zufrieden wieder ab. "Das war richtig gut, bis zum 4:0 war das eine absolute Topleistung", frohlockte Völler nach dem 4:2-Erfolg über die Tschechen am Sonntagabend, "klar, hätten wir das fünfte Tor gemacht, wären wir alle ein bisschen ruhiger gewesen auf der Tribüne. Aber nach zehn nervösen Minuten haben wir es wieder richtig gut in den Griff gekriegt."

Spielerisch und kämpferisch stark

Neben den spielerischen Vorzügen war Völler auch von der kämpferischen Qualität der deutschen Mannschaft beeindruckt. "Wir haben in zwei Spielen sieben Tore gemacht und auch noch weitere große Chancen herausgearbeitet", anerkannte Völler, "aber sie haben auch richtig dagegengehalten, auch in der richtig kritischen Phase. Tschechien hatte sogar die Chance zum 3:4. Die hatten ja eigentlich schon aufgegeben, dann kriegst du das 1:4, wirst ein bisschen nervös, kriegst du noch eins rein, aber das ist schon ganz anderen passiert."

Insgesamt aber zieht Völler ein überaus positives Zwischenfazit. "Beide Spiele zusammengenommen war das schon total überzeugend, wir sind nach zwei Spielen bereits im Viertelfinale, das ist schon mal wichtig, und auch die Art und Weise ist schon beeindruckend."

Mit eigenen Augen konnte der Ex-Weltmeister dabei übrigens auch verfolgen, wie sein "Nachfolger" ihn überholte - zumindest in der U-21-Bilanz. Denn Nick Woltemade erzielte im 15. Spiel seinen elften Treffer und damit schon einen mehr als der junge Völler dereinst in 19 U-21-Partien zustande brachte.

"Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen"

"Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen. Nicht nur, dass er schon vier Tore gemacht hat, man kann ihn auch immer anspielen, das macht ihn so wertvoll. Er hält den Ball, und verliert er ihn mal, ist es meistens ein Foul gegen ihn", lobte Völler den zuvor bereits zweimal in die A-Nationalelf beförderten Hünen, "das ist schon eine große Qualität." Ein Urteil wie ein Ritterschlag vom früheren Mittelstürmer Deutschlands. "Nick hat auch wunderbar gebissen bis zum Ende", erkannte Völler, "es herrscht ein toller Teamspirit in der Mannschaft."

Von der in dieser Verfassung noch einiges zu erwarten ist. Völler jedenfalls reist dem Vernehmen nach auch zum Viertelfinale wieder an. Derweil ist es für Woltemade noch ein langer Weg, will er irgendwann auch in der A-Mannschaft auf Völlers Level kommen. Da liegt der 23-Jährige aktuell noch 88 Länderspiele und 47 Tore in Rückstand …