Ein häufiger Anblick bei Fußballspielen auf der ganzen Welt sind mittlerweile Spieler, die Löcher an der Rückseite ihrer Stutzen haben.
Die Stutzen reißen an der Wade aber nicht etwa aufgrund der kräftigen Wadenmuskeln der Spieler ein, sondern die Fußballer zerschneiden ihre Stutzen vor dem Spiel bewusst.
Doch was steckt dahinter?
Die Spieler schneiden oft Löcher in ihre Socken, um den Druck auf die Wadenmuskeln zu verringern. Denn zu enge sitzende Stutzen drücken auf die Muskulatur.
Wenn ein Spieler kräftige Wadenmuskeln hat, können enge Stutzen den Blutfluss, die Durchblutung und die Atmungsaktivität behindern. Spieler wollen somit schlicht wenig anfällig für Kräfte in den Waden werden. So jedenfalls ihre eigene Theorie.
Sven Michel, mittlerweile beim SC Paderborn unter Vertrag, schneidet sich auch Löcher in die Stutzen. Er erklärte im Gespräch mit der BILD einst: "Ich hatte viele Probleme mit Wadenkrämpfen und gedacht: Das machst du auch mal. Michel sagte, als Fußballer spüre man "dass der Druck sich verringert und du nicht ganz so schnell Krämpfe bekommst".
Doch medizinisch gesehen ist diese Theorie sehr fragwürdig. Schließlich liegen etwa Kompressionsstrümpfe extrem eng an - der erhöhte Druck unterstützt den Blutfluß, reduziert Schwellungen und Flüssigkeit im Gewebe wird besser abtransportiert. Im Sport können eng anliegende Socken die Muskulatur unterstützen, vor Krämpfen vorbeugen und die Regeneration fördern.
Also sind die Löcher in den Stutzen der Profifußballer eigentlich eher kontraproduktiv? Es dürfte sich doch nur um einen Trend samt Placebo-Effekt handeln. Im Interview mit dem Fußballportal fupa.net erklärte Veit Senner, Sportwissenschaftler und Professor an der TU München: ""Letztlich ist es Unsinn. Die Fußballer haben aus ihrer Erfahrung eine Lösung optimiert. Am Ende schaut's halt cool aus für sie. Wenn man daran glaubt, hat es eine Wirkung, das hilft manchmal mehr als alles andere."