Dass es Christoph Klarer nach dem Transferschluss auf der Insel in den Kader von Birmingham City geschafft hat, war sonnenklar. Der Böheimkirchner ist Kapitän, Abwehrchef, topfit und in guter Form.
25 Profis durften rein, 24 Blues sind drin. Den Ex-Bremer Lee Buchanan und Scott Wright, der letzten Sommer von den Glasgow Rangers kam, ließ Trainer Chris Davies nicht registrieren. Beide laborieren an Knieverletzungen und sind noch länger außer Gefecht.
Klarer verfügt abgesehen von seiner Klasse über noch einen Bonus: Er genießt in England den Status eines "Homegrown Players". Die UEFA hat diesen für ihre Bewerbe mit der Saison 2008/09 durchgehend eingeführt. Er besagt im Wesentlichen, dass Nachwuchsspieler, die über einen längeren Zeitraum in einem fremden Land kickten, dort nicht mehr als Ausländer gelten.
17+8 heißt die Zauberformel
Die Premier League und die English Football League (Championship, League One und League Two) haben diese Regelung später übernommen. Jeder, der vor seinem 21. Geburtstag mindestens drei volle Saisonen in England gespielt hat, darf als "Homegrown Player" eingestuft werden und belastet nicht das Ausländer-Kontingent seines Klubs. Mindestens acht Spieler des maximal 25-köpfigen Kaders müssen "Homegrown Players" sein.
Klarer wechselte 2016 als 15-Jähriger vom SK Rapid zu Southampton und stand dann dreieinhalb Jahre bei den Saints unter Vertrag, ehe er ein halbes Jahr nach St. Pölten verliehen und 2020 an Düsseldorf verkauft wurde. Somit drückte ihn Birmingham City in seiner aktuellen 24er-Liste als einen von insgesamt 15 "Homegrown Players" rein.
Kalajdzic einst Bauernopfer
In der Premier League haben manche Klubs gelegentlich große Mühe, vor Kader-Nennschluss ihre acht "Eigenbauspieler" (auf gut Deutsch) zusammenzukratzen und mit 17 Ausländern auszukommen. Sasa Kalajdzic war im Winter-Transferfenster 2023 einmal das "Bauernopfer" bei den Wolverhampton Wanderers.
Kalajdzic hatte sich am 3. September 2022 einen Kreuzbandriss zugezogen und wurde aufgrund der geringen Chance, vor Saisonende noch Pflichtspiele bestreiten zu können, von den Wolves knapp vor Nennschluss als 18. Ausländer aus dem Kader gestrichen.