Über die Personalsituation hatte Claus-Dieter Wollitz am Mittwoch längst gesprochen, da holte ihn noch einmal die Vergangenheit ein. Um Fairness und um die Kartenstatistik ging es auf der Pressekonferenz, da rekapitulierte der Trainer des FC Energie Cottbus eine Situation vor gut einem Monat.
Eigentlich habe er in dieser Saison gar keine Gelbe Karte bekommen wollen, begann er. "Aber in Hoffenheim habe ich die mir bewusst geholt. Ich wollte auf mich aufmerksam machen, weil ich es ein Unding finde, dass ein Schiedsrichter aus Japan, der kein Deutsch spricht und kaum Englisch, hier so ein Experiment macht."
Bei der 1:4-Niederlage gegen die Zweitvertretung der TSG war Wollitz in der 61. Minute vom Unparteiischen Yusuke Ohashi verwarnt worden. Der 31-Jährige, der im Rahmen eines Austauschprogramms in der deutschen 3. Liga pfiff, habe das Spiel in einer Art geleitet, die "eines Drittligaspiels nicht würdig war", fand der Cottbusser Coach. Vom kicker erhielt Ohashi die Note 3.
Wollitz berichtete, ihm sei gesagt worden, dass ein solches "Experiment" am Anfang einer Saison vonstatten gehen könne. "Am Anfang der Saison geht es genauso um Abstieg, Punkte, Aufstieg", redete sich Wollitz in Rage. Deswegen habe er auf sich aufmerksam gemacht: "Ich wollte, dass ich eine Gelbe Karte kriege und dass ich darauf angesprochen werde."
Mit Krauß will Wollitz "nichts mehr zu tun haben"
Angesprochen auf ein gänzlich anderes Thema war der 60-Jährige ebenso wenig gut gelaunt. Am Dienstag wartet - nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II an diesem Freitag (19 Uhr, LIVE! bei kicker) - nämlich das Wiedersehen mit seinem früheren Spieler Maximilian Krauß. Der läuft inzwischen für Hansa Rostock auf und hatte Cottbus im Sommer unter höchst unschönen Tönen verlassen.
Die Hand werde er Krauß am Dienstag nicht schütteln, stellte Wollitz klar: Nachtragend zu sein sei für ihn eigentlich energieraubend, aber: "In dem Fall möchte ich mit dieser Person nichts mehr zu tun haben." Er wünsche ihm "trotzdem sportlich und menschlich nur das Beste, aber ich persönlich bin mit dem Thema durch".