Nach vier Jahren kehrte Manprit Sarkaria im Sommer zu seinem Stammklub Austria Wien zurück. "Es hat sich schon so angefühlt wie nach Hause zu kommen", sagt der 29-jährige Offensivmann, der mit 18 Jahren von Donaufeld über Großfeld in die violette Akademie gekommen war. 2021 hatte Sarkaria die Veilchen in Richtung Graz verlassen, wo er mit dem SK Sturm drei sehr gute und ein für ihn persönlich sehr schlechtes Jahr verbrachte.
"Habe die guten und schlechten Seiten gesehen"
"Ich erinnere mich lieber an die schönen Zeiten", betont der Wiener im Rückblick die großen Erfolge in der steirischen Hauptstadt, zu denen er entscheidend beitrug. Beim ÖFB-Cupsieg 2023 avancierte Sarkaria mit einem Doppelpack zum Finalhelden. 2023/24 war er als Stammspieler ein wesentlicher Baustein beim Double-Triumph. Doch dann zerbrach das Verhältnis zu Meistertrainer Christian Ilzer, nachdem Sarkarias - laut Angaben von Sturm - geäußerten Auslands- und Wechselambitionen im Sande verlaufen waren.
Der Fixposten geriet bei Ilzer dauerhaft aufs Abstellgleis. "Wenn man plötzlich so fallen gelassen wird, nachdem man doch viel für den Klub geleistet hat, tut das schon sehr weh", sagt Sarkaria vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub am Sonntag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Grazer Merkur-Arena. "Aber so ist das im Fußball. Ich habe eben die guten und die schlechten Seiten gesehen. Trotzdem habe ich immer noch viele gute Kontakte und Freunde bei Sturm - ich freue mich auf das Spiel. Natürlich wird es für mich ein besonderes sein."
Kicken in China "eine ziemliche Holzhackerei"
Als Ilzers Nachfolger Jürgen Säumel im Jänner schon am Ruder war, endete Sarkarias Zeit bei Sturm. Die torgefährliche Allzweckwaffe für Mittelsturm, offensives Mittelfeld und Rechtsaußen ging nach China zu Shenzhen Peng City. "Ein Abenteuer, aber sportlich nicht unbedingt das Wahre", berichtet der technisch beschlagene Fußballer von einem eher rustikalen Spielstil im Reich der Mitte. "Das war eine ziemliche Holzhackerei, nicht meine Vorstellung von Fußball. Deshalb war ich froh, dass es mit der Austria geklappt hat. Es hat schon auch andere Angebote gegeben, aber die Austria war für mich das Ziel."
Nach dem verpatzten Saisonstart war der Heimsieg gegen Altach (1:0) vor der Länderspielpause auch für Sarkaria "ein Befreiungsschlag". Das Vertrauen in die Qualität in der Truppe habe er aber auch nicht verloren, als man sich mit enttäuschenden Leistungen aus ÖFB-Cup und Conference-League-Quali verabschieden musste. "Der Trainer und die Mannschaft stehen zusammen, die Stimmung passt. Aber natürlich haben wir den Druck gespürt, gewinnen zu müssen." Nach Altach wartet nun Sturm, um den Turnaround zu bestätigen. "Es wird ein geiles Spiel", freut sich Sarkaria auf die ehemalige Liebe.