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Wer auch sonst? Die Dauer-Rivalinnen machen die EM unter sich aus

kicker

"Spanien steht erstmals im EM-Finale" - die Schlagzeile nach dem Halbfinal-Sieg der Ibererinnen gegen Deutschland wirkte surreal. Wie konnten die Dominatorinnen der vergangenen Jahre noch nie ein kontinentales Endspiel bestreiten? Bei der Beantwortung der Frage landet man gleich bei den Final-Gegnerinnen: England. Denn die Lionesses warfen die Spanierinnen vor drei Jahren im Viertelfinale aus dem Wettbewerb.

Dass auf das erste K.-o.-Spiel der beiden Mannschaften nur drei Jahre später mit dem EM-Finale nun schon das dritte dieser Art und das zweite Endspiel bei einem Großereignis nach dem vergangenen WM-Endspiel folgt, ist folgerichtig: England und Spanien entwickelten sich in den vergangenen Jahren zu den führenden Nationen - mindestens in Europa - im Frauenfußball. So schrieb der Guardian von "zwei Nationen, deren Wege zu diesem Zeitpunkt untrennbar miteinander verbunden scheinen; zwei Nationen, deren Aufstieg die historische Ordnung des Frauenfußballs verändert und erschüttert hat."

„Früher konnten wir auf physischer Ebene nicht konkurrieren.“ (Aitana)

Vor allem die Ibererinnen scheinen seit der EM-Niederlage gegen England fast unschlagbar - ausgenommen Olympia. Auf das Aus in England folgten der WM-Titel 2023 und der Triumph in der Nations League 2024. "Talent und Technik hatten wir schon immer, aber früher konnten wir auf physischer Ebene nicht konkurrieren. Jetzt können wir das", erklärte Aitana schon vor der EM.

Nun winkt der dritte Titel im dritten Jahr in Folge. Überraschend kommt es nicht. Die gute Jugendarbeit trägt Früchte: Unter anderem sind aktuell die U 17 und U 20 Weltmeisterinnen. Der Fußball ist aber nicht nur erfolgreich, sondern zusätzlich sehr sehenswert. Sie setzen mit ihren technisch versierten Spielerinnen wie den Weltfußballerinnen Aitana (2023, 2024) und Alexia (2021, 2022) konsequent auf Tiki-Taka. Kein Wunder, dass der FC Barcelona einen Großteil der Mannschaft stellt.

Ein Gegenmittel gegen den auf Kurzpassspiel ausgerichteten Ballbesitzfußball findet kaum eine Mannschaft - sowohl auf Länder- als auch auf Vereinsebene. Einzige Ausnahme bildet in diesem Jahr England. Neben dem 1:0 der Lionesses im Februar, die einzige spanische Niederlage in diesem Kalenderjahr, verhinderte Arsenal im Champions-League-Finale Barcelonas Titel-Hattrick in diesem Wettbewerb.

Champions-League-Finale dient für England als Blaupause

Der erste CL-Sieg einer englischen Mannschaft seit 2007 resultierte auch aus der vergangenen EM, deren Vergabe bei der FA schon zu Reformen führte. Beispielsweise entstanden zwischen 2020 und 2024 eine halbe Million neue Fußballangebote für Mädchen und Frauen.

Die beiden pragmatischen Siege dürften England am Sonntag (18 Uhr) als Vorbild dienen. Die Gunners und die Nationalmannschaft verdichteten die Zentrale, gingen aggressiv in die Zweikämpfe und lauerten auf Konter.

Von der Spielweise werden die Titelverteidigerinnen also wie Außenseiterinnen wirken - und sind es nach den bisherigen Leistungen eigentlich auch. Denn während Spanien der logische und verdiente Sieger wäre, "retteten" sich die Engländerin erst durch späte Tore ins Finale: Im Viertelfinale gegen Schweden gewannen sie im Elfmeterschießen (3:2), nachdem sie in der regulären Spielzeit erst durch einen späten Doppelschlag die Verlängerung erzwungen hatten, und im Halbfinale gegen Italien sorgte jeweils ein spätes Tor in der regulären Spielzeit sowie der Verlängerung für den Finaleinzug (2:1 nach Verlängerung).

Doch gerade diese immer wieder betonte Mentalität ist die Grundlage für den Erfolg der Engländerinnen unter der Leitung von Sarina Wiegman. "Ich weiß, was für Fußballerinnen sie sind und was sie können", so Spaniens Mariona, die selbst für Arsenal aktiv ist, und führt aus: "Es ist ein Finale, daher sind sie gefährlich, auch wenn sie vielleicht noch nicht den besten Fußball gespielt haben, sie haben es in sich. Es wird ein hartes, aber gutes Spiel." Sicherlich nicht das letzte der Dauer-Rivalinnen dieses Jahrzehnts.