Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke
Mio Backhaus machte durchaus auf sich aufmerksam während der ersten Trainingseinheit des SV Werder Bremen am späten Dienstagnachmittag im Zillertal: Erst hielt er im Abschlussspiel einen Strafstoß von Romano Schmid, und kurz darauf verhinderte er noch einmal einen Gegentreffer aus kurzer Distanz.
Zur neuen Saison hofft der Keeper, der erst im Juni seinen Vertrag beim Bundesligisten vorzeitig verlängert hatte, auf mehr Spielzeit als noch im vergangenen Jahr (kein Pflichtspieleinsatz). Womöglich ist in diesem Sommer sogar ein Wechsel auf der Torwartposition denkbar - zumindest hatte der Coach Horst Steffen den Konkurrenzkampf zum Trainingsstart eröffnet.
Steffen: "Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse"
Zwar geht die bisherige Nummer 1, Michael Zetterer, mit seinem bisherigen Status in das Duell - andererseits deutete Steffen im Zillertal einmal mehr an, dass er sich auf dieser Position erst einmal ein eigenes Bild machen will: "So weit im Voraus plane ich gar nicht", erklärte der 56-Jährige: "Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse. Und ich mache mir Gedanken, wenn es so weit ist - wirklich."
Nur wann wird es so weit sein? Festlegen will sich Steffen darauf noch nicht konkret: "Dass eine Torwartentscheidung ansteht, ist klar" - doch wie lange diese noch reifen müsse, das könne er anhand der bisherigen Eindrücke noch nicht abschätzen.
Parma und Hoffenheim "werden auch die Torhüter in Szene setzen"
In den bisherigen Testspielen gegen Oberligist Verden (6:0) und Regionalligist Emden (3:1) seien die beiden Keeper nicht genug gefordert worden und die Abschlussspiele in den Trainingseinheiten gerieten bislang auch eher kurz - zumal Zetterer nun zum Start des Trainingslagers noch fehlte.
In Österreich warten in Parma Calcio und 1899 Hoffenheim alsbald jedoch Gegner auf die Bremer, "die uns richtig was abverlangen werden und auch die Torhüter in Szene setzen werden", so Steffen: "Insofern weiß ich dann da auch ein bisschen mehr."
Der Chefcoach trifft die endgültige Entscheidung
Dass der aktive Spielstil des neuen Trainers insbesondere fußballerische Fertigkeiten voraussetzen sollte, lässt Steffen indes allein nicht gelten: "Das ist immer eine Gesamtbewertung: Ein mitspielender Torhüter, der die Bälle nicht schnappt? Nein, das muss schon alles zusammenpassen."
Dass wie schon in der Vergangenheit auch Torwarttrainer Christian Vander "ein gewichtiges Wort mitzureden hat", ist für Steffen zwar "selbstverständlich", und trotzdem sei der Cheftrainer "derjenige, der dafür geradestehen muss", sagte der 56-Jährige: "Und deshalb werde ich diese Entscheidung am Ende auch treffen."
Steffens Ziel: "Eigentlich dürfte ich mich gar nicht entscheiden"
Sein "Ziel am Ende der Vorbereitung" (womit Steffen doch noch einen Hinweis zum Zeitplan gab) sei jedenfalls, wenn der Coach letztlich zur Erkenntnis käme: "Eigentlich dürfte ich mich gar nicht entscheiden, weil beide gut sind. Dann steht der eine im Tor und der andere ist der zweite Mann - und hat möglicherweise ein ähnliches Level."