Es hätte durchaus das Kellerduell sein können, wenn die Viktoria am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) Aufsteiger TSV Havelse empfängt. Ist es aber nicht. Und das liegt nur an den Kölnern. Die mussten im Sommer nach einer Rekordsaison mit Platz 6 und 59 Punkten einen gehörigen Aderlass hinnehmen, 18 Profis kehrten der Viktoria den Rücken. Schmerzhaft vor allem die Wechsel von Said El Mala, der als Mittelfeldspieler immerhin 13 Tore beisteuerte, und von Serhat Semih Güler, der 14-mal traf.
Der neue Coach Marian Wilhelm, der seit 15 Jahren im Verein ist und in der vergangenen Saison an der Seite von Janßen schon reichlich Erfahrung mit dem Team gesammelt hat, kann auf einen sehr ordentlichen Start verweisen. 14 Punkte nach neun Spieltagen - die Höhenberger sind nur drei Punkte von Rang 3 entfernt.
Es hätte auch nur einer sein können, doch die Kölner verspielten bei 1860 München unter der Woche nach einem 2:0 noch die Punkte - allerdings ab der 36. Minute in Unterzahl, weil Lars Dietz die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Und weil die Sechziger kurz vor der Pause und kurz danach trafen, sah Wilhelm außen "eine Abwehrschlacht" seines Teams, wie er bei MagentaSport erklärte. "Dann zu zehnt hier in der englischen Woche, mittendrin. Das ist jetzt die dritte in Folge. Unfassbar, was die Jungs da geleistet haben, mit dem ziemlich beschissensten Spielverlauf, den du haben kannst."
Das 2:2 direkt nach der Halbzeit: "Das ist genau das, was du dir in Unterzahl nicht wünschst. Und was die Jungs dann machen, ist unfassbar. Wir haben nichts mehr zugelassen. Wir hatten irgendwo selbst noch den Lucky Punch." Entsprechend zufrieden war der Coach, "da kann ich nur den Hut ziehen".
Lobinger trifft munter weiter
Das Team um den letztjährigen Toptorjäger Lex Tyger Lobinger, der bislang drei Tore beisteuerte, auch das 1:0 bei den Löwen, ist auf einem guten Weg - und weit weg von einem Aspiranten für ein Kellerduell. Im Gegensatz zu Havelse, das mit zehn Zählern weniger und noch sieglos auf einem Abstiegsplatz stehend auf die Schäl Sick reist.