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"Wir teilen dieselben Werte": OLB-Chef Barth über Engagement im Frauenfußball

kicker

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) ist seit einem Jahr Partner der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. OLB-Vorstandsvorsitzender Stefan Barth spricht nun über das DFB-Sponsoring und die neue Kampagne des Finanzdienstleisters zur bald startenden Frauen-EM in der Schweiz.

"Zeit für neue Legenden" heißt die neue OLB-Kampagne zur Frauen-EM 2025. Zum legendären Kommentar von Herbert Zimmermann aus dem WM-Finale 1954 in Bern schließen die DFB-Frauen einen deutschen Angriff erfolgreich ab. Herr Barth, wer hat das Potenzial, in die Fußstapfen von Helmut Rahn zu treten und zur neuen Legende zu werden?

Wenn ich tippen müsste, wer uns zum EM-Titel schießen könnte, dann sage ich: Lea Schüller. Sie ist eine herausragende Stürmerin mit sehr gutem Abschluss. Aber wie man auch jüngst bei den Männern gesehen hat: Nur mit Einzelspielern geht es nicht, das Kollektiv muss stimmen. Ich denke, dass vor allem auch der große Teamgeist die siegreiche deutsche Mannschaft von 1954 ausgezeichnet hat. Wenn ich die Szenen von damals sehe und höre, läuft es mir immer noch eiskalt den Rücken hinunter.

„Wir sehen bei ihnen noch tolles Entwicklungspotenzial, und wir teilen dieselben Werte: Das passt zu uns, und hier unterstützen wir gern.“ (OLB-Chef Stefan Barth)

Sehen Sie im Frauen-Team gewisse Parallelen zur siegreichen Herberger-Mannschaft?

Damals war nach dem Krieg alles in Schutt und Asche - es brauchte neue Helden, die den Menschen wieder Selbstvertrauen geben und dem Land ein positives Erlebnis bescheren. Das haben Fritz Walter, Helmut Rahn und Co. mit viel Ehrgeiz und Willen geschafft. Nun braucht es wieder neue Heldinnen. Das heutige Frauen-Team hat eine ähnlich große Leidenschaft und Authentizität wie die Mannschaft von Sepp Herberger. Sie hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. So wie auch die OLB: Von einer Regionalbank zu einer deutschlandweiten Bank. Deshalb passt dieses Sponsoring so gut zu uns.

Wie groß schätzen Sie die Titelchancen auf ein neues "Wunder von Bern" ein? Was dann bezogen auf den Finalort ein "Wunder von Basel" wäre ...

Zeit fürs Phrasenschwein: Ein Turnier hat seine eigenen Gesetze! (lacht) Ich bin grundsätzlich Optimist und glaube immer daran, dass Deutschland als Turniermannschaft gute Chancen hat. Immerhin sind wir im Frauenfußball aktueller Vize-Europameister und Dritter der Weltrangliste. Insofern gehören wir klar zum erweiterten Favoritenkreis.

Warum hat man sich bei der OLB für ein Frauenfußball-Sponsoring entschieden?

Wie schon erwähnt, haben wir eine ähnlich rasante Entwicklung wie die DFB-Frauen hinter uns. Wir sind ehrgeizig, ambitioniert und hochprofessionell - und gleichzeitig sehr bodenständig unterwegs. Wie die DFB-Frauen sind wir noch längst nicht am Ende der Wegstrecke: Wir sehen bei ihnen noch tolles Entwicklungspotenzial, und wir teilen dieselben Werte: Das passt zu uns, und hier unterstützen wir gern.

Vielen Fußballfans sagt die OLB noch wenig, für was steht das Unternehmen - und welche Rolle spielt hierbei Oldenburg?

Service, Verlässlichkeit, Qualität und Bodenständigkeit - wir stehen für solides Wirtschaften mit einer gewissen Underdog-Mentalität. Wir stammen sozusagen aus der nordwestdeutschen Tiefebene, hier begegnen wir unseren Kunden auf Augenhöhe und wollen unsere Kunden nicht belehren, sondern von ihnen lernen, mit ihnen in den Dialog treten und herausfinden, was sie in ihrem Alltag brauchen. Früher hat uns in der Finanzmetropole Frankfurt keiner gekannt - da haben sie über uns maximal gelächelt. Mittlerweile nimmt man uns auf dem internationalen Finanzparkett sehr wohl wahr. Wir haben heute deutschlandweit über 80 Filialen und wollen, wie die Frauen-Nationalmannschaft, noch weiter wachsen. Und was wohl nur wenige wissen: Wir sind inzwischen einer der größten Fußballfinanzierer in den fünf Top-Ligen Europas.

Inwiefern?

Das betrifft die Finanzierung von Spielertransfers. Als Beispiel: Ein Klub kauft für neun Millionen Euro einen Spieler von einem anderen Verein, dieser kann aber nur in drei Zwischenschritten finanzieren, also jeweils drei Millionen Euro über drei Jahre. Der abgebende Verein möchte logischerweise die neun Millionen Euro sofort erhalten, damit er zum Beispiel ebenfalls weitere Spieler kaufen kann. In so einer Transaktion übernehmen wir oft eine solche Zwischenfinanzierung. Dieses Modell haben wir in den vergangenen fünf Jahren aufgezogen und haben aktuell Finanzierungen in einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro im Buch. Das sind meist Transfers im mittleren Segment von rund fünf bis zehn Millionen Euro. Für uns ist das ein gutes Geschäft und eine besondere Nische im Markt, die wir für uns entdecken konnten. Dementsprechend sind wir relativ tief drin im Transfergeschehen und ganz gut vernetzt mit den Klubs: Da sind eine große Vertraulichkeit und schnelles Handeln gefragt. Schließlich ist man sehr stark in den Transferabwicklungen involviert, bevor ein Wechsel überhaupt publik gemacht wird.

„Wir sind inzwischen einer der größten Fußballfinanzierer in den fünf Top-Ligen Europas.“ (OLB-Chef Stefan Barth)

Wie hoch sind hier die Gewinnmargen? Um beim Beispiel von dem Neun-Millionen-Euro-Spieler zu bleiben: Was würde hier die OLB verdienen?

Man kann aus einer Transfersumme nicht pauschal unseren Gewinn errechnen, da jeder einzelne Transfer und jede Vereinbarung mit den involvierten Vereinen individuell gestaltet ist. Was wir sagen können und was dieses Nischengeschäft für uns so interessant macht: Bei vergleichsweise überschaubaren Risiken ist unsere Marge sehr attraktiv, sodass für alle Beteiligten - abgebender Klub, aufnehmender Klub, Bank - ein gutes Geschäft dabei herauskommt.

In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sparen viele Unternehmen insbesondere auch im Marketingsektor bzw. im Sportsponsoring. Warum sind Sie gerade in diesen Zeiten ins Fußballsponsoring eingestiegen?

Generell wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft beim Marketing gespart, das stimmt. Eine Bank funktioniert allerdings etwas anders als ein normales Unternehmen. Bedeutet konkret: Wenn eine Bank gut aufgestellt ist, ihr Portfolio gut diversifiziert ist und effizient arbeitet, mit einer guten Cost-Income-Ratio, also Kosten-Ertrags-Relation, dann können Banken in jeder wirtschaftlichen Lage gutes Geld verdienen. Das ist immer einer Frage der Positionierung einer Bank. Wir sind aktuell eine der profitabelsten Banken Deutschlands und können uns somit auch dieses Sponsoring leisten, was uns wiederum beim Wachstum hilft. Für uns war es genau die richtige Zeit für dieses Investment.

Die Sponsoren mischen heutzutage ganz wesentlich im Sportbusiness mit. Inwieweit ist denn der sportliche Erfolg einer Mannschaft käuflich?

Zu einem großen Anteil lässt sich der Erfolg kaufen. Aber am Ende des Tages muss das Team als Ganzes funktionieren - hierfür ist der Erfolg von Paris St. Germain in der Champions League ein gutes Beispiel: Mit den ganz großen Namen hat es jahrelang nicht geklappt. Und kaum sind Neymar, Messi, Mbappé und Co. weg, holen sie den Titel. Gute Einzelspieler müssen sich in eine Mannschaft eingliedern. Da gibt es für mich auch keine Unterschiede zwischen einer Fußballmannschaft und der Führung eines Unternehmens.

Wie kam das DFB-Sponsoring eigentlich zustande?

Erst mal braucht man etwas Glück und gute Kontakte. Wir hatten schon relativ früh die Information, dass beim DFB ein Partnerslot frei wird und wir die Möglichkeit hätten, diesen Platz einzunehmen. Dies wurde dann bei uns im Vorstand und mit den Eigentürmern ausführlich diskutiert. Nach guten Gesprächen mit dem Verband auf dem DFB-Campus waren wir dann auch einhellig der Meinung, dass dieses Sponsoring eine gute Sache ist, uns viele Chancen eröffnet und wir das machen müssen.

Das Frauen-EM-Finale findet am 27. Juli statt. Wer spielt und wie geht's aus?

Wünschen würde ich mir ein Duell zwischen Deutschland und England - dann auch mit der geglückten Revanche für das verlorene EM-Finale im Wembley-Stadion vor drei Jahren. Ein 4:3 nach Verlängerung mit dem Siegtor durch Lea Schüller. Das muss dann auch nicht aus dem Hintergrund sein, wie damals bei Helmut Rahn - mir würde auch ein weniger sehenswertes Abstaubertor reichen!