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"Wollen ernstes Wort mitreden": Admira startet Mission Aufstieg

kicker

Rollenwechsel in der Südstadt: Galt Admira Wacker im Vorjahr in der 2. Liga als erster Herausforderer von Favorit SV Ried, so sieht die Ligakonkurrenz nun das Team von Coach Thomas Silberberger als ersten Aufstiegskandidaten. Der Tiroler stapelte vor Saisonbeginn und seinem zweiten Jahr bei der Admira aber noch tief. "Wir wollen ein ernstes Wort mitreden. Aber uns als Titelfavorit zu sehen, das würde ich nicht sagen", sagt Silberberger vor dem Saisonstart.

In seinem Premierenjahr in der Südstadt musste sich der langjährige WSG-Tirol-Trainer nach einem unerwarteten Einbruch im Frühling mit Rang zwei hinter Ried zufrieden geben. Die Innviertler sind nun weg, der Aufstiegsdruck für Silberberger und Ralf Muhr - der die Sportdirektor-Agenden des zu Rapid gewechselten Peter Stöger übernahm - ist damit gewachsen. Dem versucht man, mit Gelassenheit zu begegnen. "Es wird mit Sicherheit ein bissl ausgeglichener wie letztes Jahr, weil letztes Jahr war relativ schnell klar, entweder Admira oder die Rieder. Ich glaube schon, dass heuer ein bissl mehr durchgemischt wird", so Silberberger, der auch die Vienna und Austria Lustenau auf der Rechnung hat.

Dass der Admira von den anderen Zweitligisten die Favoritenrolle zugeschoben wird, ist dem 52-Jährigen zufolge auch dem Umstand geschuldet, "dass wir letztes Jahr lange Zeit überragend performt haben und dann zum Schluss ein bissl in die Knie gegangen sind". Er nehme die Rolle schon an, so Silberberger. "Aber ich werde jetzt nicht offensiv raustönen: 'Wir holen den Titel!' Da kann viel passieren. Am Ende des Tages holt dich so etwas ein, wenn es nicht läuft."

Wunschteam für Silberberger

Der Club aus dem Wiener Speckgürtel hat erneut einen Umbruch hinter sich, mehr als ein Dutzend Neue sind im Team. Dieses Mal habe er ein "extremes Mitspracherecht" gehabt, betont Silberberger. Mit Spielern wie Matteo Meisl, Alexander Schmidt oder Turgay Gemicibasi als Leader am Feld habe er nun eine Art Wunschteam mit viel Oberhaus-Erfahrung. "Wir haben einen Kader hingestellt, wo wir überzeugt sind, dass wir mitspielen. Wir haben, glaube ich, unsere Hausaufgaben gemacht." Beim Cupspiel in Weiz waren es die Neuen Justin Forst, Sky Schwarz und eben Gemicibasi, die das 3:0 bewerkstelligten.

Für Silberberger, der mit dem Anspruch in die Südstadt gekommen ist, die Admira binnen zwei Jahren in die Bundesliga zu führen, war die Vorsaison sehr lehrreich. "Ich habe schon erkannt, wo es dann hart auf hart gegangen ist, dass wir extreme Strömungen innerhalb der Mannschaft gehabt haben. Wir sind da zum Schluss gefühlt in Gruppen auseinandergebrochen."

Teambuilding in der Südstadt

Am Teambuilding habe man in der Vorbereitung viel gearbeitet. "Meiner Meinung nach die wichtigste Interaktion im Trainingslager war immer das Abendessen. Das hat bis zu zwei Stunden gedauert. Wir haben jeden Abend die Tische durchgemischt, es sind also die Spieler nie in den gleichen Gruppen am Tisch gesessen. Und in den zwei Stunden musst du dich dann unterhalten. Für mich war das ein extremer Mehrwert, weil dann werden die jungen und neuen Spieler integriert. Da haben wir extrem darauf geschaut", erzählte Silberberger.

Der Abgang von Stöger hatte indes auch Auswirkungen auf den Tiroler. "Natürlich, ich bin ja auch unter der Voraussetzung vom Peter gekommen und habe auch bewusst nur einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Ich wollte für mich alle Türen offen halten. Aber nicht, dass ich was Besseres finde, sondern wie es mir in Wien geht. Das habe ich ja selber nicht gewusst, taugt es mir überhaupt in Wien. Nicht, dass ich dann gefangen bin." Er habe sich dann aber relativ schnell für einen Verbleib entschieden, so Silberberger, "weil ich die Admira nicht einfach so verlassen wollte".