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Würzburg weiter in der Findungsphase: Reitmaier kämpft gegen den Kontrollverlust

kicker

Am Ende war das 1:1 der Würzburger Kickers gegen den 1. FC Nürnberg II vor allem eines: leistungsgerecht. Bleibt die Frage, was das für die Würzburger, die zu Saisonbeginn von der Konkurrenz auf den Favoritenschild gehoben wurden, nun zu sagen hat. Fünf Punkte beträgt derzeit der Rückstand der Kickers auf Platz 1. Und die Verantwortlichen werden nicht müde zu betonen, dass es sicherlich ein Ziel sei, in der Spitzengruppe der Liga mitzuspielen, die Unterfranken sich aber keineswegs selbst als Topfavorit ansehen.

"Es gibt noch sehr, sehr viel Arbeit in der Mannschaft. Das siehst du in jedem Training und in jedem Spiel", betonte Trainer Marc Reitmaier nach dem Remis am Samstag: "Wir wollen eine Entwicklung sehen." Eine Entwicklung, die womöglich mehr Zeit in Anspruch nimmt als viele im Umfeld es sich nach der guten Vorbereitung erhofft hatten. Es wirkt, als sei das Team noch immer in einer Findungsphase.

Immer wieder verlieren die Kickers in bestimmten Spielphasen komplett die Kontrolle. Stellvertretend dafür stand die 3:4-Niederlage gegen Augsburg II nach einer 3:0-Führung. Seither haben die Würzburger in drei Pflichtspielen in Pokal und Liga nur noch das Elfmeter-Gegentor von Nürnbergs Zweitliga-Stürmer Artem Stepanov am Samstag zugelassen. Ein Fakt, den Reitmaier schon einmal als Fortschritt verbuchen darf.

Schmidt fehlt bis Winter

Dass die Erwartungen an die Kickers freilich höher sind, liegt auch an den Neuverpflichtungen, wie denen in der vergangenen Woche als mit dem einst in Hoffenheim, Hannover und Sandhausen spielen Ex-Bundesliga-Akteur Philipp Ochs (zuletzt First Vienna) und Dion Berisha (zuletzt Rot-Weiss Essen) zwei durchaus ambitionierte Offensivspieler geholt wurden. Beide wurden bereits am Samstag eingewechselt und sollen nun möglichst schnell integriert werden, denn der Kader brauchte auch quantitativ dringend eine Vergrößerung.

Oft waren in dieser Saison auch Bankplätze frei geblieben. Der Kader ist dünn. Dass Mittelfeldgestalter Eroll Zejnullahu derzeit mit einer Muskelverletzung in der Wade ausfällt, hat die Lage noch einmal verschärft. Wie sich die Muskelblessur auf das angekündigte Neben-Engagement des 30-Jährigen beim Hallenspektakel Icon League auswirkt, bleibt abzuwarten. Dominic Schmidt, als Wunschspieler von Reitmaier vom FC Homburg nach Würzburg gekommen, fällt nach einer Knie-Operation bis zum Winter aus. Baustellen gibt es nach dem Umbruch im Sommer noch genügend.

Zwei davon sollen nun also durch Ochs und Berisha geschlossen werden. Zumindest ansatzweise war die individuelle Klasse des einstigen U-21-Nationalspielers Ochs und des bereits beim FC Augsburg II und Bayern München II in der Regionalliga Bayern aktiven Berisha beim Kurzeinsatz aufgeblitzt. "Wir sind froh, dass wir den Kader in Breite und Spitze verstärken konnten", so Reitmaier. Speziell Ochs kann als vielseitig einsetzbarer Linksfuß auf vielen Positionen eine neue Alternative sein. Berisha erhöht die Konkurrenzsituation im Angriff noch einmal. Ob damit die Personalplanungen erst einmal beendet sind? "Das muss man abwarten", sagt Reitmaier.