"Etwas überrascht von der Grundordnung des VfL" sei er gewesen, gab Kettemann bei der Pressekonferenz nach dem Spiel zu. "Aber die Jungs haben es im Spiel top angepasst", lobte der 39-Jährige die Variabilität seines Teams, das auf einen Gegner traf, der von einer Dreier- auf Viererkette umgestellt hatte.
Überlegen hatte der SCP im ersten Abschnitt agiert, dabei aber beste Chancen (Bätzner, 2., Bilbija, 17.) zur Führung liegen lassen. Nicht zufrieden war Kettemann mit der Phase direkt nach der Pause, in der er gute Bewegung und sauberes Passspiel vermisst habe. "Da waren wir unsauber und haben Bochum in Momente gebracht."
Allerdings sei es auch nicht ganz einfach für seine Spieler, entspannt zu bleiben, wenn man viel den Ball und immer wieder Chancen habe, aber kein Tor schieße. Dies sei nach den letzten Spielen - Paderborn hatte nur zwei Punkte aus drei Partien geholt - "eine anspruchsvolle Situation". Vor allem zu Hause, "wo das Publikum bei jeder Torchance raunt - zu Recht".
"Nichtsdestotrotz ist der Spirit absolut hervorzuheben", schwenkte Kettemann wieder ins Positive um. "Der Glaube vom ganzen Stadion, von den Jungs, von allen Beteiligten, dass wir hier noch das Tor machen können."
Neues Trio sorgt für frischen Wind
Das fiel dann auch, weil Kettemann mit einem Dreifachwechsel frischen Wind ins Spiel der Ostwestfalen brachte. Mit Sven Michel, Sebastian Klaas und Lucas Copado standen ab der 69. Minute drei Neue auf dem Rasen. "Es ist uns bewusst, dass sich bei einer Einwechslung nicht viel an der Qualität ändert", unterstrich der Trainer den Vorteil seines ausgeglichenen Kaders.
Das Trio war sofort mittendrin, Copado (71.), Michel (73.) und Klaas (Latte, 79.) standen unisono dicht vor der überfälligen Führung. Der Siegtreffer, der die Bochumer Misere fortsetzte, fiel dann nach einer Koproduktion von Michel und Torschütze Copado zu einem Zeitpunkt, der "nervenaufreibend ist, aber auch nicht ganz unverkehrt", wie Kettemann das Tor in der Schlussminute freudig kommentierte. "Das war sehr wichtig für diese Truppe und so gehen wir jetzt ins Wochenende."
Wahrscheinlich jetzt entspannt.