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Zu wenig, zu spät: Sturm hat den Sommer verschlafen

kicker

Viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein waren die Last-Minute-Verpflichtungen von Maurice Malone und Jeyland Mitchell nicht. Denn das Problem, auf das Jürgen Säumel nach dem 3:0-Derbyerfolg über den GAK mit ungewohnt deutlichen Worten aufmerksam gemacht hatte, bleibt: Der Kader des SK Sturm ist für die Dreifachbelastung aus Bundesliga, Cup und Europa League viel zu klein.

Hatte man in Graz nach Säumels öffentlichem Hilfeschrei noch ein Wunder auf den letzten Transfer-Metern herbeigesehnt, steht spätestens seit Verstreichen der Europa-League-Nennfrist fest, dass Sportchef Michael Parensen seine Hausaufgaben in diesem Sommer nur ungenügend erledigte. Die Abgänge von Gregory Wüthrich, Malick Yalcouyé, Max Johnston, William Böving und Co. konnten nicht einmal ansatzweise kompensiert werden und hinterlassen bei Österreichs Meister nun ein riesiges Loch im Kader.

Zu geringer Output

Zwar stand Sturms Sportchef angesichts der Investitionen in die Infrastruktur nur ein enden wollendes Budget zur Verfügung, der Output ist für Österreichs Back-to-back-Meister unter dem Strich aber einfach zu wenig. Perspektivspieler wie der aktuelle verletzte Axel Kayombo, Julius Beck oder Filip Rozga sind für einen Verein wie Sturm zwar wichtig, werden den gestiegenen Ansprüchen in der steirischen Landeshauptstadt bei gleichzeitig ausbleibenden Verpflichtungen von Unterschiedsspielern aber nicht gerecht. Zumal vor allem die Konkurrenz aus dem Westen Wiens in den vergangenen Monaten auf dem Transfermarkt ziemlich viel richtig machte.

Welchen Qualitätsverlust Sturm innerhalb kürzester Zeit hinnehmen musste, zeigt ein Blick auf die Ersatzbank im Derby gegen den GAK. Jacob Hödl, Stefan Hierländer, Gabriel Haider, Belmin Beganovic sowie die bereits erwähnten Beck und Rozga sind - bei allem Respekt - eher Ergänzungsspieler als echte Alternativen. Und werden in den nächsten Monaten dennoch tragende Rollen einnehmen (müssen). Denn die erste Elf allein, die fraglos immer noch zu den besten des Landes zählt, wird die Strapazen im Herbst nicht meistern können. Das dürfte nicht erst seit den verletzungsbedingten Auswechslungen von Jon Gorenc Stankovic und Otar Kiteishvili im Derby klar sein.

Schon wieder eine verkorkste Transferperiode

Dass mit Malone nun ausgerechnet jener Mann, der laut Parensen noch vor wenigen Wochen entgegen anderslautender Medienberichte "kein Thema" gewesen war, für die Tore im Grazer Spiel sorgen soll, passt in die fragwürdige Kommunikationsstrategie des Meisters. Von der zuletzt offenbar auch Ex-Sturm-Spieler Marko Stankovic überrascht wurde. Denn der 39-Jährige staunte nicht schlecht, als Parensen im Sky-Interview vor dem Derby meinte, der Verein werde die Saisonziele erst nach Ende der Transferperiode festlegen. Wie bitte?

All das wäre aus Sturms Sicht wohl noch zu verkraften gewesen, hätte Parensen den Kader - wie er im Laufe des Sommers immer wieder ankündigte - breiter und besser aufgestellt. Die Wahrheit ist aber eine völlig andere: Weder quantitativ noch qualitativ ist der Meister besser bestückt als vor einem Monat. Womit unter dem Strich nach dem schwierigen Winter (Abgänge von Jusuf Gazibegovic und Mika Biereth) die zweite verkorkste Transferperiode unter Parensen bleibt.