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Zurückhaltung bei der Titelfrage, aber: Würzburg ist "sowas von bereit"

kicker

Als Marc Reitmaier am Dienstagabend bei einem Fantreffen gefragt wurde, ob das Team bereit für den Saisonauftakt am Freitagabend sei, antwortete der Trainer der Würzburger Kickers: "Wir sind sowas von bereit!" Beim FV Illertissen wartet auf die Unterfranken gleich einmal ein echter Prüfstein. Doch die Vorbereitung hat für Selbstvertrauen gesorgt: "Wir fahren dahin, um zu gewinnen", so Reitmaier.

Dem neuen Coach ist tatsächlich in Windeseile jener Stimmungsumschwung gelungen, den sich die Verantwortlichen zum Neustart erhofft hatten. Als erstes Team der Liga hatten die Kickers mit der Vorbereitung begonnen. Dass der Klub auch in der vierten Saison nach dem Abstieg aus der 3. Liga unter Profibedingungen arbeitet, soll in dieser Spielzeit nun endlich zum echten Vorteil werden. Letztlich wird aber auch der Neffe von Ex-Erstliga-Torwart Claus Reitmaier als Kickers-Trainer - trotz des Stallgeruchs, den er als Ex-Spieler und früherer Nachwuchscoach mitbringt - an den Ergebnissen gemessen werden.

Aus der Vergangenheit gelernt

Das Wörtchen Aufstieg scheint in diesem Sommer in Würzburg verboten zu sein. Auch wenn die Konkurrenz die Würzburger wieder zu den Titelkandidaten zählt, gibt man sich selbst, was die Formulierung eines Saisonziels angeht, zurückhaltend. Eine Lehre aus den vergangenen beiden Spielzeiten, als der Verein mit der klaren Zielsetzung 3. Liga angetreten war und am Ende dem eigenen Anspruch nicht genügen konnte.

Diesmal freilich hat die Mannschaft in der Vorbereitung durchaus Grund für Optimismus geliefert. Das Team macht, egal in welcher Formation, einen stabilen Eindruck. Zuletzt blieben die Kickers fünfmal in Serie, darunter auch ein 1:0 gegen Drittligist 1. FC Saarbrücken, ohne Gegentor. Kein Zufall, auch weil mit Daniel Hägele und Peter Kurzweg die beiden Routiniers, die in der Vorsaison jeweils lange ausgefallen waren, diesmal fit in die Saison starten. Die beiden stehen symbolisch für jene Identifikation und Mentalität, die dem Verein in der vergangenen Saison bisweilen fehlte. Reitmaier setzt auf eine feste Achse. "Ich bin ein Trainer, der seine Führungsspieler immer schützt", kündigt er an.

Zejnullahu als neuer Dreh- und Angelpunkt

Im Mittelfeld soll Eroll Zejnullahu zum Dreh- und Angelpunkt werden. Dass das Team aber, als der Neuzugang aus Bayreuth während der Vorbereitung geschont wurde, das Fehlen ohne Probleme auffangen konnte, steigert die Zuversicht weiter. Reitmaier vertraut auf ein klares 4-3-3-System, in dem viele Spieler mehrere Positionen bekleiden können. Das gilt auch für den Angriff, wo Jermain Nischalke als Mittelstürmer erste Wahl ist, aber auch der zuletzt auf dem Flügel eingesetzte Tarsis Bonga genauso in der Zentrale agieren könnte. Hinzu kommen eine ganze Reihe junger entwicklungsfähiger Akteure, die für den neuen Weg unter dem neuen Coach stehen sollen.

„Es wird sicher auch Phasen geben, in denen wir leiden müssen.“ (Dominik Meisel)

"Ein emotionaler Motivator", sei der Trainer, sagt Dominik Meisel. Der 26-Jährige geht bei den Kickers inzwischen in seine neunte Saison und hat dabei von 2. Bundesliga bis zum Scheitern in den Drittliga-Aufstiegspielen schon so einiges erlebt. "Es wird sicher auch Phasen geben, in denen wir leiden müssen, in denen vielleicht noch nicht alles klappt", erwartet er: "Aber es wächst etwas zusammen."