Als "lehrreich" und "interessant" bezeichnet Rejhan Hasanovic die abgelaufene Saison 2024/25 in der Regionalliga Nordost. Für den Trainer von Hertha BSC II, der seit 2018 im Verein tätig ist und zuvor verschiedene Nachwuchsteams in der Hertha-Akademie coachte, war es nämlich die erste Station bei den Männern. Obwohl das Durchschnittsalter der Hertha-"Bubis" in der abgelaufenen Spielzeit mit lediglich 21,2 Jahren gleichzeitig der jüngste Wert der Liga war - zudem tauchten im Kader reihenweise U-19- und U-17-Spieler auf. "Aufgrund unserer guten Resultate in der Hinrunde hatten wir nie einen Ergebnisdruck. Die Jungs konnten sich frei entwickeln und wir in der Rückrunde taktisch und spielerisch einiges probieren", sagt der 33-Jährige, der insgesamt 44 (!) verschiedene Spieler einsetzte - Ligahöchstwert.
Am Ende stand Tabellenplatz 10 für die Berliner zu Buche, die zwischenzeitlich sogar auf Rang 2 lagen. "In dieser Liga schenkt einem keiner etwas. Es war schön, die ersten Schritte in dieser Liga, mit den vielen Traditionsvereinen, zu machen und zu bestehen", meint Hasanovic. Dieser überzeugte mit seiner (erfolgreichen) Arbeit auch schnell die Verantwortlichen von Hertha BSC, und nur kurz nach dem Saisonende kommunizierte der Verein die Weiterbeschäftigung von Hasanovic in der U 23, schrieb auf der Vereinshomepage von einem "starken Premierenjahr".
Daran gilt es für den A-Lizenz-Inhaber auch in der Spielzeit 2025/26 anzuknüpfen, die am 19. Juni mit dem Vorbereitungsstart beginnt. Dabei setzt Hasanovic an seiner Seite auch weiterhin auf die beiden Co-Trainer Admir Hamzagic und Tony Fuchs. "Das war auch mein Wunsch. Wir denken fußballerisch ähnlich", verrät der Hertha-II-Coach. Für die Hauptstädter gilt es auch in der nächsten Spielzeit darum, "eine sorgenfreie Saison zu spielen und die Jungs auszubilden", so Hasanovic. Dabei dürfte im Kader erneut eine Fluktuation einsetzen, wie es in der U 23 der Hertha schon aus den Vorjahren üblich ist. Dabei sollen Joel Richter (26 Jahre) und Ex-Profi Änis Ben-Hatira (36) als ältere Spieler vorangehen und die "Bubis" anleiten.
Richter steht dem Vernehmen nach vor einem Wechsel von Ligakonkurrent Carl Zeiss Jena Richtung Berlin. Ben-Hatira wartete dagegen schon im Vorjahr im blau-weißen Hertha-II-Trikot mit starken Leistungen und sieben Toren in 26 Partien auf. Dies soll nun nicht nur zu einer Vertragsverlängerung führen. Zudem steht der Mittelfeldspieler zur Wahl des Berliner Fußballer des Jahres.
Zusätzlich soll neben Ben-Hatira und Richter ein dritter Akteur eine gewisse Erfahrung mitbringen. Der Rest des Kaders wird dann aus Spielern unter 23 Jahren bestehen. Dazu verpflichtete der Verein bereits den 21 Jahre alten Innenverteidiger Mathis Bruns vom Ligakonkurrenten FSV Luckenwalde. "Ich habe jetzt auch als Trainer ein Jahr Erfahrung in der Regionalliga gesammelt, kann die Jungs noch besser einstellen und weiß, wie ich Einfluss nehme", meint Hasanovic, der ebenso im Austausch mit Herthas Profi-Trainer Stefan Leitl steht. "Die Wege sind kurz, es gibt viel Kontakt und klare Vorgaben. Der Austausch ist super." Denn auch in der nächsten Saison sollen möglichst viele "Bubis" bei der Hertha den Sprung aus der U 23 zu den Profis schaffen - so die Idealvorstellung des Klubs.