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Österreich um "Riesenschritt" Richtung WM

kicker

Auf Österreichs Nationalteam wartet am Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) ein Schlüsselspiel in der WM-Qualifikation. Die ÖFB-Auswahl gastiert in Zenica beim ebenfalls das Punktemaximum haltenden Spitzenreiter Bosnien-Herzegowina. Mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz übernähmen die Österreicher erstmals in der laufenden Quali die Tabellenführung. "Wir können einen Riesenschritt machen, dessen sind wir uns bewusst", sagte Ralf Rangnick.

Das gelte aber auch für die Bosnier, die ihre ersten vier Spiele in Gruppe H gewannen. Österreich hält bei drei Siegen aus drei Partien. Mit vier Erfolgen ist das ÖFB-Team noch nie in eine EM- oder WM-Qualifikation gestartet. Gelingt das erstmals, wäre die Tür zur Endrunde 2026 in Nordamerika weit aufgestoßen und ein Ende der seit 1998 währenden WM-Durststrecke greifbar nah. "Es ist ein wichtiges Spiel, in gewisser Weise ein Sechs-Punkte-Spiel", meinte Rangnick.

"Aufgeladene" Atmosphäre

Eine Detailanalyse des Gegners mit der Mannschaft war nach der Ankunft in Bosnien geplant. Auch auf die "sicherlich aufgeladene" Atmosphäre im engen, 13.600 Zuschauer fassenden Stadion Bilino Polje will Rangnick sein Team vorbereiten. "Wir wissen, was auf uns zukommt", so der Deutsche. "Natürlich werden die versuchen, das Spiel emotional auf einem gewissen Niveau zu halten, das sind wir gewohnt." Seine Spieler würden das aus ihren Klubteams kennen. "Das ist nichts, wo ich Sorge habe, dass uns das beeindruckt."

Vielmehr als um Bosniens Qualitäten geht es für Rangnick darum, den eigenen Matchplan auf den Platz zu bringen. Die Leistungssteigerung nach der Pause beim mühevollen 1:0 am Samstag in Linz gegen Zypern gibt Hoffnung. "Wir spielen dieses Mal auswärts gegen einen Gegner, der im eigenen Stadion auch in der Situation ist, das Spiel auch selber machen zu müssen", meinte Rangnick.

Ob die Bosnier dem nach Ballgewinnen gefährlichen ÖFB-Team den Gefallen tun werden, aufzumachen, bleibt abzuwarten. Allzu offensiv erwarten bosnische Medien die Aufstellung von Teamchef Sergej Barbarez nicht. Altstar Edin Dzeko könnte als Solospitze beginnen und Stuttgart-Angreifer Ermedin Demirovic auf der Bank Platz nehmen. "Am Ende liegt es auch daran, wie wir das Spiel gestalten, in welche Richtung es sich dann entwickelt", betonte ÖFB-Cheftrainer Rangnick. "Das hat auch etwas mit unserer Herangehensweise zu tun. Ich habe da schon gewisse Vorstellungen, wie das aussehen muss, damit wir unsere Stärken zur Entfaltung bringen."

Änderungen in Startelf

Mit welchem Personal er das tun will, wollte Rangnick laut eigenen Angaben erst im Lauf des Montags entscheiden. Das Abschlusstraining zu Mittag in Windischgarsten stand noch im Zeichen der Regeneration. "Es gibt schon Spieler, die mehr gespürt haben als andere", sagte Rangnick über die Folgen der Zypern-Partie. Ernsthaftere Verletzungen sind nicht bekannt, einzig der gesperrte Verteidiger Stefan Posch machte die Reise nach Sarajevo am Montagnachmittag nicht mehr mit.

Bezüglich seiner Startformation ließ sich Rangnick nicht in die Karten blicken. Gut möglich scheint, dass jene Elf beginnt, die zu Beginn der zweiten Hälfte gegen Zypern auf dem Platz gestanden ist. Damit würde Michael Gregoritsch im Sturmzentrum Marko Arnautovic ersetzen und auf dem rechten Flügel der ebenfalls zur Pause eingewechselte Romano Schmid statt Patrick Wimmer beginnen. "Es geht darum, ausgeruht zu sein - und natürlich fit und gesund", erklärte Rangnick. "Wir werden definitiv nur fitte Spieler ins Spiel schicken."

Auf David Alaba scheint das zuzutreffen. Der nach Verletzungsproblemen ohne Saisonpflichtspiel für Real Madrid angereiste Kapitän war gegen Zypern 70 Minuten im Einsatz. Laut Rangnick spreche nichts dagegen, dass der 33-Jährige erneut in der Startelf stehe. "Ich gehe davon aus, dass er beginnen kann." Alaba selbst würde kein Problem sehen, zum zweiten Mal nach seinem Kreuzbandriss 2023 ein Länderspiel über 90 Minuten zu bestreiten. "Aber Mal schauen, wie das Spiel verläuft", sagte der Wiener. "Ich fühle mich gut, ich fühle mich bereit."

Auswärtsauftritte geben Hoffnung

Den Quali-Auftakt im Juni gegen Rumänien (2:1) und in San Marino (4:0) hatte Alaba verpasst. "Wir haben gegen Rumänien zu Hause gezeigt, wozu wir imstande sind", meinte Rangnick. "Das war über weite Strecken ein richtig starkes Spiel von uns." Optimistisch stimmten ihn die Auswärtsleistungen in der letzten EM-Quali in Schweden (3:1) und Belgien (1:1). "Auf diesem Niveau brauchen wir auch in Bosnien unser Spiel", so der 67-Jährige. "Wir freuen uns auf das Spiel und versuchen, einen großen Schritt in Richtung WM zu machen."

Kein gutes Omen ist der Schiedsrichter. Beide bisherigen Partien unter der Leitung des Spaniers Jesus Gil Manzano hat die Rangnick-Auswahl verloren - im Oktober 2023 in der EM-Quali daheim gegen Belgien (2:3) und bei der EM im Vorjahr gegen Frankreich (0:1).